Manipulationen sind Gefahr für Beschäftigte

Foto: Mann bearbeitet eine Maschine

Nach Ansicht der rund 1.000 für den Report befragten Experten sind mindestens 37 Prozent aller stationären Industriemaschinen ständig oder vorübergehend betroffen. An diesen Maschinen werden Schutzeinrichtungen absichtlich unwirksam gemacht - zum Beispiel um die Arbeit zu erleichtern oder schneller zu erledigen.

Zwar weisen die Statistiken der Berufsgenossenschaften Unfälle aufgrund von Manipulationen nicht direkt aus. Aber: "Die Zahlen für die Jahre 1998 bis 2004 zeigen, dass sich mehr als 400.000 Unfälle an scheinbar fehlerfrei arbeitenden Maschinen ereigneten", sagt Dr. Walter Eichendorf vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Das sind 60 Prozent aller Unfälle an stationären Industriemaschinen und waren daher ein Hinweis, Manipulationen an Maschinen genauer zu untersuchen.

Zwischen September 2003 und Dezember 2005 haben Forscher Informationen zur Häufigkeit von Manipulationen an Schutzeinrichtungen in den Betrieben gesammelt, die Gründe analysiert und Lösungen für das Problem erarbeitet. Von den Ergebnissen zeigt sich Dr. Kai Lüken, Projektleiter im Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA), beunruhigt: "Die große Mehrzahl der manipulierten Maschinen ist neueren Baujahrs und trägt ein CE-Zeichen. Wir haben es hier also nicht mit veralteter Technik zu tun."

Um die Situation zukünftig zu verbessern, liefern die Arbeitsschützer konkrete Handlungsempfehlungen, wie Manipulation zu verhindern ist. Die Präventionsvorschläge reichen von Schulungsmaßnahmen, über entsprechende Normenänderungen bis hin zur Schaffung eines Forums, in dem sich Konstrukteure, Anwender und Arbeitsschützer austauschen können.

COMPAMED.de; Quelle: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften