Magnesium-Implantate sollen bei Knochenbrüchen helfen

„Wer schlecht hört, den strengt es besonders an, anderen zuzuhören“, sagt Professor Inga Holube, Sprecherin des Forschungsteams. „Das kann dazu führen, dass Menschen mit verminderter Hörfähigkeit Kommunikationssituationen vermeiden und damit zunehmend vereinsamen.“ Dem möchten Forscher mit dem Forschungsschwerpunkt „HALLO“ nun entgegenwirken. Ziel des Projektes ist es, Messgrößen und -verfahren zu entwickeln, die diese Hörbeanspruchung messbar machen, um so die Diagnose von Hörschwierigkeiten und Überprüfung von technischen Hörsystemen an die Bedarfe der schwerhörigen Menschen anzupassen.

Um die mit der verminderten Hörfähigkeit einhergehende Beanspruchung zu erfassen, werden in einem ersten Schritt im Alltag relevante Hörsituationen, ihre jeweiligen Schallstrukturen und die Höranstrengung beschrieben. Diese Situationen werden dann im „Labor für virtuelle Welten“ mit Hilfe von 420 Lautsprechern wirklichkeitsgetreu nachgebildet. Unter kontrollierten Bedingungen werden hier Tests mit hörgesunden und hörgeschädigten Personen durchgeführt.

„Dadurch, dass wir die Tests im Labor durchführen, können wir neben der Hörbelastung auch die damit einhergehenden Signale des Körpers, wie Kopfbewegungen, Herzrate oder EMG untersuchen“, so Holube. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werden im letzten Schritt praxistaugliche Mess- und Diagnoseverfahren, mit denen die Höranstrengung gemessen werden kann, entwickelt und evaluiert. „Die Ergebnisse sollen so aufbereitet werden, dass Praktiker aus der Audiologie sie direkt nutzen können.“

Das Forschungsgebiet soll auch über das Projekt hinaus langfristig etabliert werden. „Wir möchten eine Brücke schlagen zwischen ingenieurtechnischen, medizinischen, soziologischen und psychologischen Fragestellungen im Bereich der Hörforschung und damit innovative Impulse für zukünftige Fragen in Lehre und Forschung geben“, ergänzt Holube.

COMPAMED.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum Geesthacht