Marc Hoffmann vom Fachgebiet Abfalltechnik der TU Darmstadt hat am Universitätsklinikum Jena ein Modellprojekt durchgeführt, bei dem die Klinik ihre Ausgaben für die Entsorgung deutlich reduzieren konnte. Ein modernes Abfallwirtschaftskonzept kann die Gesamtkosten der Abfallbeseitigung um bis zu 20 Prozent reduzieren, schätzt Hoffmann.

Ein solches Konzept kann aber nur dann etabliert werden, wenn die logistischen Abläufe in der Klinik sowie Art und Masse gefährlicher Abfälle genau bekannt sind. Hoffmann hat hierfür zunächst analysiert, wie sich der Jenaer Krankenhausmüll zusammensetzt. In Kliniken fallen neben ungefährlichem Siedlungsabfall zusätzlich medizinische, nicht infektiöse Abfälle, aber auch infektiöse Abfälle und Chemikalien an.

Solche infektiösen Abfälle enthalten häufig Krankheitserreger. Obwohl davon vergleichsweise geringe Massen anfallen, sind die Kosten für ihre Beseitigung wegen strenger Sicherheitsauflagen sehr hoch. "Behälter, Verpackungen und Transportlogistik machen einen nicht unerheblichen Teil der hohen Entsorgungskosten aus", sagt Hoffmann.

Diese könnten deutlich reduziert werden, wenn das Krankenhaus eine Möglichkeit hätte, im eigenen Haus zu desinfizieren. "Die Inbetriebnahme eines hauseigenen Dampf-Desinfektionsgerätes zieht zudem Synergieeffekte nach sich, die die Ausgaben mehrfach reduzieren", erläutert Hoffmann. "Wie hoch die Einsparungen sind, hängt dabei von der jeweiligen Infrastruktur, der Abfallmasse und den Transportwegen ab."

Die Investition in eine eigene Desinfektionsanlage könne sich aber schon nach einigen Jahren auszahlen, ist sich der Ingenieur sicher, denn das desinfizierte Gefahrgut kann mit dem ganz normalen nichtinfektiösen medizinischen Abfall entsorgt werden. Lohnend seien diese Geräte insbesondere für Krankenhäuser mit Dialysestationen, Diagnostik- und Forschungseinrichtungen, wo der meiste gefährliche Abfall produziert wird.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Darmstadt