Lungenkrebs frühzeitig erkennen

Foto: Lungenmodell

Lungentumore sind die Todesursache Nummer eins bei Krebspatienten. Je früher man den Tumor erkennt, desto größer ist die Chance, den Patienten zu heilen. Doch die Früherkennung ist schwierig. Denn im Anfangsstadium ähneln die tumorbedingten Beschwerden chronisch-entzündlichen Reaktionen. Um eine Diagnose zu erhalten, muss sich der Patient einer Röntgenuntersuchung unterziehen, die eine Strahlenbelastung mit sich bringt. Alternativ kann der Arzt eine Bronchoskopie. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI haben in den vergangenen Jahren zusammen mit Kollegen ein Verfahren entwickelt, mit dem spezielle Proteinbiomarker in der ausgeatmeten Luft festgestellt werden können. Vorhandene Biomarker lassen auf Tumorzellen in der Lunge schließen.

Die Forscher haben eine Labormethode entwickelt, mit der sie die Lungenkrebs-spezifischen Biomarker in speziellen Atemproben schon sicher feststellen können. Dazu muss der Patient etwa 20 Minuten in ein Gerät atmen. Das Atemkondensat wird anschließend eingedampft. Der Nachweis der Biomarker erfolgt über spezielle Antikörper, die etwa das Protein VEGF erkennen. Dieses regt das Wachstum neuer Blutgefäße an.

In der neuen Testplattform vereinigen sich zwei Neuentwicklungen: Neben der Nachweismethode über Proteinbiomarker können hier auch die speziell für dieses Verfahren entwickelten Antikörper eingesetzt werden. Damit könnte dann in wenigen Jahren jeder Arzt mithilfe der Diagnostikplattform bei einem Verdacht auf Lungenkrebs direkt in seiner Praxis testen, ob wirklich ein Tumor vorliegt und schnell eine Behandlung einleiten.


COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI