Langzeitarchivierung medizinischer Forschungsdaten

Foto: Bunte Disc mit Kugelschreiber

Daten sind der wichtigste „Rohstoff“ der biomedizinischen Forschung: ihre Auswertung und Analyse ermöglicht beispielsweise die Entwicklung besserer Arzneimittel und Therapien und trägt somit maßgeblich besseren Behandlungsmöglichkeiten und größeren Heilungschancen bei. Die Daten sollten deshalb für eine langfristige Nutzung und unterschiedliche wissenschaftliche Fragestellungen zur Verfügung stehen.

Zielrichtung des unter Federführung von Professor Otto Rienhoff, Abteilung Medizinische Informatik der Universitätsmedizin Göttingen, gestarteten Projekts LABIMI/F, an dem auch die TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) mitarbeiten, ist die Entwicklung effektiver Lösungen für die Nachnutzung archivierter Forschungsdaten.

„Bislang liegen für viele Bereiche der Datenarchivierung in der medizinischen Forschung weder einheitliche Archivierungserfordernisse noch bereits implementierte Daten- und Objektformate vor“, so Frank Dickmann von der Universitätsmedizin Göttingen beim Kickoff-Workshop des Projekts. Da man es jedoch Dickmann zufolge bei der Langzeitarchivierung medizinischer Forschungsdaten mit Volumina in der Größenordnung von Exabytes (ein Exabyte entspricht einer eins mit achtzehn Nullen) zu tun hat, sind neben gigantischen physischen Datenspeichern, die eine sichere Verwahrung und einen schnellen Zugriff auf die Daten ermöglichen, auch sehr gute Datenbeschreibungen, Regelungen zum datenschutzgerechten Zugriff und zur bestehende Rechte wahrenden Datennutzung sowie effektive Zugangswege nötig.

Auch der physische Zugriff auf die Daten soll vereinfacht werden. Da Wissenschaftler häufig in Forschungsverbünden, interdisziplinär und an verteilten Standorten arbeiten, wird im Projekt eine Laborlösung mit vorhandener Grid-Technologie implementiert, die einen sinnvoll organisierten, offenen und nutzerfreundlichen Zugang zu archivierten Forschungsdaten schaffen soll.



COMPAMED.de; Quelle: TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF)