Lange Lebensdauer nachgewiesen

"Die Zahl der Patienten, die schon in verhältnismäßig jungen Jahren ein neues Hüftgelenk benötigen, hat in den vergangenen Jahren zugenommen", erklärt Professor Dr. Volker Ewerbeck, Ärztlicher Direktor an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Bei jüngeren Patienten, die oft noch sportlich aktiv sein wollen, müssen höhere Ansprüche an die Belastbarkeit der Prothese gestellt werden. Zudem soll die künstliche Hüfte möglichst lange den Belastungen standhalten.

Meist werden hier so genannte zementlose Prothesen eingesetzt: Der Schaft und Hüftkopf werden ohne eine zusätzliche Fixierung mit Knochenzement in den Oberschenkelknochen eingepasst. "Diese Prothesen haben den Vorteil, dass sie schonend implantiert werden können und länger haltbar sind, da sie fest in den Knochen einwachsen", erklärt Dr. Peter Aldinger, Facharzt und Wissenschaftler an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg.

In einer Langzeitstudie untersuchte er über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren hinweg insgesamt 141 Patienten im Alter von 23 bis 55 Jahren, denen eine zementlose Titanprothese mit einem Hüftkopf aus Keramik eingesetzt worden war. Rund 95 Prozent der Prothesen waren nach durchschnittlich 17 Jahren noch funktionsfähig. Untersuchungen und Befragungen der Patienten zeigten, dass über 90 Prozent mit dem Operationsergebnis auch nach über 15 Jahren noch sehr zufrieden waren. Röntgenbilder wiesen nach, dass sich in nur 3 Prozent der Fälle der Prothesenschaft gelockert hatte.

"Diese Studie hat gezeigt, dass auch junge Patienten mindestens 10, wahrscheinlich sogar mehr als 20 Jahre sehr gut mit ihrem Implantat zurecht kommen", sagt Dr. Aldinger. Damit das Risiko noch geringer wird, arbeiten Wissenschaftler an neuen Oberflächen, kleineren Prothesen und an schonenden Operationstechniken.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg