Kunststoffe aus Elektroschrott

Foto: Ein aufgeblasener Schwimmreifen

Ein Fünftel des Elektroschrotts sind Kunststoffe. Doch bisher werden nur 5.000 von 400.000 Tonnen Kunststoff wiederverwertet. Allerdings sieht eine europäische Elektro- und Elektronikschrott-Richtlinie WEEE (Waste Electrical and Electronic Equipment) vor, dass ein Anteil von 75 Prozent recycelt werden sollte

Das ist schwierig, denn im Elektroschrott sind viele unterschiedliche Kunststoffe enthalten. Außerdem sind sie oft mit Schwermetallen oder bromhaltigen Flammschutzmitteln verunreinigt. Diese Schadstoffe konnten mit bisheriger Technik nicht abgetrennt werden. Hinzu kommen Füllstoffe, Stabilisatoren oder Farben, die beim Herstellen der Geräte zwar hilfreich sind, beim Recycling aber ein Problem darstellen.

Aber nun entwickelte das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV ein Verfahren, das eine Recyclingquote von 95 Prozent erreicht. In einem weltweiten Vergleich der britischen Non-Profit-Organisation WRAP (The Waste and Resources Action Programme) für nachhaltiges Wirtschaften schnitt das Verfahren sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Hinsicht am besten ab.

Mit dem neuen Fraunhofer-Verfahren lassen sich selbst stark schadstoffbelastete oder verschmutzte Kunststoffe wiederverwerten. Die so gewonnenen Rezyklate sollen dabei die Eigenschaften neuwertiger Kunststoffe haben.

Dr. Andreas Mäurer, Abteilungsleiter Kunststoffrecycling am IVV, erklärt die Arbeitsschritte: "Zuerst werden die Geräte in einer riesigen Mühle zerkleinert, dann Metalle und Platinen aussortiert. Übrig bleibt ein Gemisch aus klein geschnipselten Kunststoffen, Fasern, Holz, Schaumstoffen – die Schredderleichtfraktionen. Ein umweltfreundliches Lösungsmittel entfernt die wieder verwertbaren Polymere aus dem Schrott-Mix. Unlösbare Fremd- und Schadstoffe werden abgeschieden."

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft