Kugeln ohne Kratzer

Foto: Rote Weihnachtsbaumkugeln

Die Herstellung von Weihnachtsbaumkugeln hat eine rund 100-jährige Tradition. Zunächst wird die innere Oberfläche der Glaskugel mit Hilfe einer Silbernitratlösung verspiegelt. Für die äußere Farbschicht wird die Kugel in die gewünschte Farbe getaucht. Dieses Verfahren hat mehrere Nachteile: Für die relativ dicke Silberschicht wird viel teures Edelmetall benötigt. Die Reste des giftigen Silbernitrats müssen aufwändig entsorgt werden. Die Kugeln selbst eignen sich nicht für eine Außendekoration, weil die Farbe nicht feuchtigkeits- und lichtbeständig ist.

Im Auftrag des BMWi unterstützte die AiF Unternehmen bei der Entwicklung einer vollautomatischen Anlage, in der sowohl die farbigen Schichten als auch das Silber in einem Vakuumverfahren auf die innere Oberfläche der Kugel aufgedampft werden.

Da sich mit der neuen Methode alle Farbschichten im Inneren der Kugeln befinden, entstehen außen keine Kratzer. Neuartige organische Farbstoffe bieten eine außergewöhnliche Farbvielfalt und Brillanz. Die Schichtdicke des Silbers konnte zehnfach auf zirka 100 Nanometer reduziert werden. Das macht die Herstellung wesentlich kostengünstiger. Da reines Silber aufgedampft wird, entstehen auch keine umweltbelastenden Abfälle mehr.

Die Prototyp-Anlage ermöglicht Beschichtungen mit verschiedenen Metallen und unterschiedlichen Farbstoffen. Weil die Schichtdicke besonders gleichmäßig ist, können in die Schichten mittels Lasertechnik Motive eingraviert werden. Auch andere Formkörper können mit der neuen Technik beschichtet werden.

COMPAMED.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF)