Kosteneffektiv gegen plötzlichen Herztod

"In zahlreichen Studien hat sich gezeigt, dass ICDs die Sterblichkeit in Folge des plötzlichen Herztodes um etwa 30 bis 50 Prozent senken", berichtet Professor Johannes Sperzel auf dem Kardiologen-Kongress in Hamburg. Er ist leitender Oberarzt der Abteilung für Kardiologie an der Kerckhoff Klinik in Bad Nauheim. Pro gewonnenem Lebensjahr kostet eine ICD-Therapie je nach Gerät und Studie zwischen 25.300 US- Dollar und 50.700 Dollar.

"Therapien, für die weniger als 20.000 Dollar pro gewonnenem Lebensjahr aufgewendet werden müssen, werden international als sehr kosteneffektiv angesehen", erklärt Sperzel. "Die Kosteneffektivitätsgrenze einer Therapie wird mit 50.000 Dollar angesetzt, das entspricht den Kosten einer Hämodialyse. Darüber wird eine Therapie als nicht mehr kosteneffektive, teure Maßnahme betrachtet."

Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesart und jährlich allein in Deutschland für den Tod von 80.000 Menschen verantwortlich - das sind so viele Todesfälle wie durch Schlaganfall, Lungenkrebs, Brustkrebs und AIDS zusammen. Jedes Jahr erkranken in Europa 330.000 Menschen an Herzinsuffizienz, der einzigen schweren Herzerkrankung, deren Häufigkeit weiter zunimmt. Zehn Prozent der Patienten versterben innerhalb eines Jahres, 50 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Heutzutage kann mit den implantierbaren Defibrillatoren das Auftreten des plötzlichen Herztodes vermindert werden. Geräte, die darüber hinaus die synchrone Schlagabfolge des insuffizienten Herzens wiederherstellen, verbessern dessen Pumpleistung und erhöhen die Lebensqualität. Spezielle Frühwarnsysteme warnen rechtzeitig vor Wasseransammlungen in der Lunge und neuere Generationen können auch telemedizinisch über größere Distanzen abgefragt werden, was zusätzlich zur Sicherheit beiträgt.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.