Nieren: Kontrastmittel-Ultraschall nach Transplantation

15.11.2013
Foto: Niere

Mittels Kontrastmittel-Ultraschall können Mediziner die Durchblutung der kleinsten Gefäße in Transplantaten verfolgen; © panthermedia.net/
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Neue diagnostische Möglichkeiten nach Nierentransplantation: Untersuchung mit Ultraschall-Kontrastmittel zeigt Durchblutungsstörungen zuverlässiger auf.

Im Jahr 2012 wurde nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 2586 Patienten in Deutschland eine neue Niere transplantiert. Ob das Organ beim Empfänger zuverlässig arbeitet, müssen Ärzte nach der Operation regelmäßig kontrollieren. Dabei hilft jetzt ein neues Verfahren: Mittels Kontrastmittel-Ultraschall können Mediziner die Durchblutung der kleinsten Gefäße in den Transplantaten verfolgen. Sie erkennen damit frühzeitig eine Thrombose, einen Niereninfarkt oder auch eine Abstoßungsreaktion.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfehlen, den kontrastverstärkten Ultraschall vermehrt zur Überwachung von transplantierten Nieren einzusetzen. „Die Ultraschalldiagnostik ist die wichtigste Bildgebung für die Verlaufskontrolle der transplantierten Niere“, betont Dr. Konrad Stock, Oberarzt der Nephrologischen Ultraschallabteilung am Klinikum rechts der Isar der TU München und DEGUM-Kursleiter der Sektion Innere Medizin. „Bislang können mit den weitverbreiteten Ultraschall-Verfahren, dem Grauwert-Bild und der Farbdoppler-Technik, entscheidende Beeinträchtigungen des Nierentransplantats - wie ein Aufstau des Urins oder ausgedehnte Durchblutungsstörungen - rasch direkt am Patientenbett diagnostiziert werden.“ Gerade bei der Beurteilung der Durchblutung hatten die herkömmlichen Verfahren jedoch ihre Grenzen.

Ein neues Verfahren, die Kontrastmittel-Sonografie, ermöglicht es jetzt erstmals, die Durchblutung auch der kleinsten Gefäße (Mikroperfusion) in der Transplantatniere fast nebenwirkungsfrei mittels Ultraschall darzustellen. „Dem Patienten wird hierzu circa ein Milliliter einer Mikrobläschen-Flüssigkeit in eine Vene gespritzt“, erklärt Stock. „Diese Mikrobläschen sind etwa so groß wie rote Blutkörperchen. Die Kontrastmittel-Bläschen zirkulieren dann mehrere Minuten im Blut, bevor sie über die Lunge abgeatmet werden.“ „Das Ultraschall-Kontrastmittel erreicht dann nach circa zehn bis 15 Sekunden die Niere“, berichtet Prof. Thomas Fischer, Leiter des Ultraschallzentrums der Charité Berlin Mitte und DEGUM-Kursleiter der Sektion Radiologie. „Wir können es zunächst in den größeren Gefäßen beobachten. Etwas später durchströmen die Mikrobläschen die kleineren Blutgefäße, sodass wir die durchbluteten von den nicht durchbluteten Bereichen der Niere unterscheiden können“, erklärt der Experte. Erste Studien hätten zudem gezeigt, dass die Zeit des Kontrastmittel-Anflutens in der Nierenrinde entscheidende Hinweise auf eine gefürchtete Transplantatnieren-Abstoßungsreaktion liefern könne.

Im Gegensatz zu anderen Kontrastmitteln sind Ultraschall-Kontrastmittel für den Patienten relativ harmlos. Nur sehr selten ist mit Unverträglichkeitsreaktionen zu rechnen. Für die transplantierte Niere ist das Ultraschall-Kontrastmittel ebenfalls gut verträglich. Eine Kontrastmittel-Ultraschalluntersuchung kann auch am Krankenbett und auf der Intensivstation durchgeführt werden. Sie kommt - anders als etwa die Computertomografie - ohne Röntgenstrahlung aus, und dem Patienten bleibt die Untersuchung in einer engen Röhre erspart.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V.