Knochenmark schneller entnehmen

Wissenschaftler von der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg haben den Einsatz einer optimierten Punktionsnadel getestet. Sie besitzt zusätzlich fünf Löcher an der Seite, durch die mehr Knochenmark abgesaugt wird.

Die raschere Entnahme hat mehrere Vorteile: schwerkranke Patienten erhalten ein hochwertiges Transplantat, bei dem das Abstoßungsrisiko reduziert ist. Dem Knochenmarkspender bleibt wegen des schonenderen Eingriffs der stationäre Aufenthalt erspart; davon hat die Klinik einen ökonomischen Vorteil. Angesichts des Risikos von Komplikationen und Narkosezwischenfällen, wenn auch vergleichsweise gering, ist eine Verkürzung des Eingriffs auf ein Minimum von großer Bedeutung.

Die Heidelberger Spezialisten Doktor Heinrich Lannert, Doktor Thomas Able und ihre Kollegen haben in ihrer Vergleichsstudie mit 49 Knochenmarkspendern die Entnahmezeit um mehr als die Hälfte reduziert. Während in der Vergleichsgruppe die Gewinnung von einem Liter der Blutstammzellen durch eine gängige Hohlnadel mit nur einer Öffnung in der Spitze über 27 Minuten dauerte, erhielten die Ärzte die gleiche Menge in lediglich zwölf Minuten, wenn sie die optimierte Punktionsnadel verwendeten. Pro Minute ließen sich fast 82 Milliliter Zellen gewinnen, dagegen lag die Menge bei der Hohlnadel mit einem Loch nur bei knapp 40 Milliliter.

"Mit dieser Studie haben wir einen neuen Standard gesetzt", erklärt Lannert. Dauerhafte Nebenwirkungen nach der Knochenmarkentnahme waren nicht erkennbar; die Spender hatten zudem keine Schmerzen. 81 Prozent der Knochenmarkspender, die mit der optimierten Nadel punktiert wurden, konnten die Klinik am selben Tag wieder verlassen im Vergleich zu 44 Prozent der herkömmlich punktierten Spender.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg