Knochen heilen mit einem künstlichen Gel-Schwamm

17.02.2015
Foto: Strukturierte Hydrogele in Schwammdesign

Strukturierte Hydrogele sind durch die Formstabilität und die elastischen Eigenschaften individuell maßgeschneidert auf verschiedenen Längenskalen in einem einstufigen Verfahren zugänglich. Sie unterstützen die Zelladhäsion und die Differenzierung und stellen die wachsende Porengröße während des Abbaus dar. In-vivo-Versuche demonstrieren ihre Leistungsfähigkeit für die Biomaterial-induzierte Knochenregeneration, die keine Zugabe von Zellen oder Wachstumsfaktoren erfordern; © Teltower Institut für Biomaterialforschung

Instituts für Biomaterialforschung haben jetzt Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Advanced Materials vorgestellt, welche zeigen, dass mit Hilfe einer vorübergehend eingesetzten schwammähnlichen Struktur ein kritischer Knochendefekt einer Ratte in wenigen Wochen ausheilt.

Das durch Aufschäumen aus Gelatine hergestellte Material ist offenporig, so dass Körperzellen, aber auch Sauerstoff und Nährstoffe leicht in die rund 0,2 mm großen Zwischenräume einwandern können.

Der Ausgangsstoff Gelatine – also tierisches Eiweiß – sorgt dafür, dass die ersten knochenbildenden Zellen direkt an Molekülen dieses „ArcGel“ (architectured hydrogel) anwachsen können. So entwickelt sich schnell die fehlende Knochensubstanz.

Eine besondere Herausforderung war es, die Grob- und Feinstruktur so hin zu bekommen, dass das Material elastisch und genügend formstabil ist, um den Knochenzellen eine günstige Umgebung zur Verfügung zu stellen.

An der Forschung für ArcGel waren außer Wissenschaftlern des Teltower Instituts für Biomaterialforschung, das zum Helmholtz-Zentrum Geesthacht gehört, auch weitere Forscher aus Berlin und Rostock beteiligt.

Zusätzliche Zellen oder Wachstumsfaktoren sind nicht nötig. Ein Vorteil ist auch, dass ArcGel im Laufe von etwa acht Wochen von selbst abgebaut wird. Zunächst verschwinden dabei nach und nach die Zwischenwände.

Die Forscher vermuten, dass der Aufbau des Knochengewebes dieser Vergrößerung der Poren im Laufe der Zeit folgt – und dies zur Stabilität der neuen Knochensubstanz beiträgt.

COMPAMED.de; Quelle: Teltower Institut für Biomaterialforschung