Kleinstes Kunstherz der Welt implantiert

Die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist eines von vier Zentren weltweit, die im Rahmen einer Studie das Kunstherz einsetzen. Vier Patienten wurden bislang am Universtätsklinikum in Wien, zwei Patienten im Royal Perth Hospital in Australien erfolgreich operiert.

"Die Operation selbst und auch die Zeit danach ist komplikationslos verlaufen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden", sagt Dr. Martin Strüber, Leiter des Bereichs Transplantation der MHH-Abteilung Thorax , Herz- und Gefäßchirugie, der mit seinem Team die Operation durchgeführt hat.

Der Patient erholt sich schnell und konnte bereits nach drei Tagen die Intensivstation verlassen. "Mir geht es sehr gut", erklärt der 57-jähige. Das Kunstherz soll dank einer neuen Technik keine mechanischen Abnutzungserscheinungen zeigen und deshalb bis zu zehn Jahre halten. Der 57-jährige Patient litt nach einem Herzinfarkt an einer schweren Herzinsuffizienz.

Das System "Heart Ware" wird an der Herzspitze in die linke Herzkammer der Patienten eingesetzt. Das Blut aus der Lunge strömt in die linke Herzkammer und wird in die Maschine gesaugt, von dort mit Hilfe eines Motors um das Herz "herumgepumpt" und in die Körperschlagader weitergeleitet.

"Heart Ware" hat im Bereich des Motors eine technischen Neuentwicklung: Der so genannte Impeller transportiert das Blut mit 3500 Umdrehungen in der Minute weiter. Dieser Impeller schwebt mit Hilfe eines Magnetfeldes im Blut und braucht deshalb keine Lager oder keine Aufhängung mehr. Weil mit dieser Methode die Maschinenteile nicht mechanisch abnutzen, steigt die Haltbarkeit der Geräte drastisch an - bis zu zehn Jahre erwartet der Hersteller.

COMPAMED.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover