Kleinste Manipulatoren im Gefäßsystem

In ihrem Emmy Noether-Programm fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seine Arbeit über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund 450.000 Euro. Postema beschäftigt sich mit der physikalischen Modellierung von Mikrobläschen, die schon jetzt in der Ultraschalldiagnostik als Kontrastmittel eingesetzt werden.

Die nur wenige Mikrometer großen, durch Hüllen stabilisierten Gasbläschen sind vielseitig einsetzbar. Da sie sich in Ultraschallbildern nachweisen und durch spezifische Oberflächen binden lassen, können Wissenschaftler mit ihrer Hilfe beispielsweise bösartige Tumore identifizieren. Durch ihre Schwingungen in Ultraschallfeldern können sie auch Zellmembranen für Medikamente öffnen.

Sie eignen sich zudem für den Transport von Medikamenten, die durch die Zerstörung der Mikrobläschen in starken Schallfeldern am Zielort lokal freigesetzt werden können. Postemas besonderes Interesse gilt ihrem Oszillationsverhalten und ihrer Wechselwirkung mit biologischen Systemen.

Die Physik der Mikrobläschen untersuchte Postema zunächst am Erasmus Medical Center in Rotterdam und promovierte 2004 in den Niederlanden an der Universität Twente. Der Lehrstuhl für Medizintechnik an der Ruhr-Universität Bochum beschäftigt sich vorwiegend mit Ultraschallverfahren zur Diagnose und Therapie.

COMPAMED.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum