Chirurgie: Instrumentengriff erleichtert Operationen

06.02.2013

Chirurgen müssen mit absoluter Präzision operieren, das Führen der Instrumente erfordert viel Feingefühl. Ein neuer vulkanisierter Griff, an den sich chirurgische Werkzeuge wie Schraubenzieher und Spreizer befestigen lassen, soll Mediziner künftig bei OPs unterstützen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart haben das Gerät in Zusammenarbeit mit einem industriellen Partner entwickelt. Durch die Integration von elektronischen Komponenten erhält der Operateur während des Eingriffs Feedback, ob er das Instrument noch weiter einführen kann. Zieht er beispielsweise eine Schraube an, messen Sensoren die aufgewendete Kraft. Ist der optimale Drehmoment erreicht, melden LEDs dies durch ein optisches Signal. Die erforderliche Energie wird über ein induktives Ladeverfahren zugeführt und gespeichert. Insbesondere junge, weniger routinierte Chirurgen profitieren von dieser Technik.

Die komplette Elektronik inklusive Sensoren, Auswertung und LEDs ist im Griff vergossen. Dadurch existiert kein Spalt, in den sich Keime festsetzen können. Eine weitere Besonderheit: Der Instrumentengriff lässt sich bei 134 Grad Celsius sterilisieren. Da die Elektronik beim Sterilisationsprozess ausgeschaltet ist, übersteht sie die hohen Temperaturen unbeschadet. Die Forscher wollen das System zudem um eine Funkschnittstelle erweitern, sodass die Sensordaten an einen PC übertragen und so der Operationsverlauf dokumentiert werden kann.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA