Innovationsflops kosten viel Zeit und Geld

Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum in einer aktuellen Studie. Befragt wurden Innovationsexperten aus 1.200 deutschen Unternehmen des produzierenden Gewerbes zu den Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren bei der Neuproduktentwicklung. Die Forscher fanden heraus, dass viele Unternehmen immer noch einen Großteil ihrer Innovationsressourcen in Projekte stecken, die nie zur Marktreife gelangen oder sich bald nach ihrer Einführung als Flop erweisen. Außerdem stellte sich heraus, dass dabei die meisten Probleme hausgemacht sind: einseitige Technik- statt umfassende Marktorientierung, Over-Engineering, ungeklärte Zuständigkeiten und fehlende Priorisierung verlängern und verteuern die Entwicklung und führen letztlich zum Scheitern eines Großteils der ambitioniert gestarteten Projekte.

Zwar gelten deutsche Unternehmen als „Ideen-Weltmeister" und rangieren in der Rangliste der Patentanmeldungen nach wie vor international in der Spitzengruppe, doch zeichnet man das Schicksal der zahlreichen Innovationsideen nach, ergibt sich ein anderes Bild: Nur etwa 13 Prozent aller Neuproduktvorschläge erreichen das Stadium der Markteinführung und von den neu am Markt lancierten Produkten können wiederum nur rund 50 Prozent die in sie gesetzten Erwartungen zumindest in Teilen erfüllen. Von den "offiziell" vorangetriebenen Ideen wird nur rund jede sechzehnte ein kommerzieller Erfolg – das sind sechs Prozent.

Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen bestätigt dabei, dass die eigentlichen "Big Ideas" - Ideen, die sich später als außergewöhnlich erfolgreiche Innovationen herausstellen - häufig nicht erkannt oder fälschlicherweise aussortiert werden. Knappe Ressourcen und Kapazitäten werden in wenig aussichtsreichen Entwicklungsvorhaben verschwendet, sie stehen für wirklich zukunftsträchtige Innovationsprojekte nicht mehr zur Verfügung und blockieren die Unternehmensentwicklung.

COMPAMED.de; Quelle: Institut für angewandte Innovationsforschung e.V.