Bild: Die Pain Gun 
Mit der Pain Gun sollen
Medikamente präzise injiziert
werden; © MHH

Bei Rückenschmerzen sind minimal-invasive, CT-gestützte Eingriffe, bei denen Schmerzmittel oder Kortison direkt im Bereich des Wirbelgelenks platziert werden eine Therapieoption zu den herkömmlichen Spritzen von Orthopäden. Der Nachteil: Die Methoden sind entweder sehr strahlenintensiv, nicht präzise genug oder kosten- und zeitaufwändig.

Forscher an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun eine Infiltrationspistole entwickelt, mit der eine Nadel unter Navigationskontrolle auf dem Computerbildschirm präzise eingeführt werden kann. Zunächst wurde eine herkömmliche Spritze verwendet. Allerdings erreichten die Mediziner damit noch nicht die gewünschte Präzision, obwohl die Pistole die Spritze ruhiger und genauer setzen konnte als eine nur mit der Hand geführte Nadel. Aber die Nadel verbog sich - ein Problem, dass die Mediziner mit der Entwicklung einer konischen, also immer schmaler werdenden Nadel, deutlich reduzieren konnten.

Mit dem Abzug der Pistole kann die gewünschte Menge des Medikaments direkt am Wirbelgelenk injiziert werden. Wie bei herkömmlichen Navigationssystemen wird die Position der Nadel über eine Kamera im Körper ermittelt. So kann die aktuelle Position in Echtzeit am Computerbildschirm beobachtet werden.

Schließlich war es mit Hilfe einer neu entwickelten Parallelführung möglich, die Infiltrationspistole am Behandlungstisch zu befestigen: Die Pistole kann nach der Ausrichtung der Kanüle nur parallel vorgeschoben werden und bleibt so exakt in der vorgegebenen Richtung. Mit Hilfe dieser Entwicklungen ist es möglich, Kanülen mit einem Durchmesser von nur 0,8 Millimeter präzise am Gelenk zu platzieren. Außerdem ist die Methode laut den Medizinern weitaus kostengünstiger als die CT-gesteuerte Schmerztherapie.

COMPAMED.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover