Individuell und sicher: Endoskopwerkzeug aus dem 3D-Drucker

14.07.2015
Foto: kleines Werkzeug mit Plastik ummantelt

Endoskopwerkzeug aus dem 3D-Drucker; © MiMed/TU München

Minimal-invasive endoskopische Eingriffe gehören heute zum Alltag im Operationssaal. Den Vorteilen der Operationstechnik mit nur kleinen Schnitten in Haut und anderen Weichteilen – eine rasche Genesung des Patienten und geringe Beschwerden nach dem Eingriff – stehen das Risiko einer Weichteileverletzung, die verlängerte Operationszeit und die eingeschränkte Zugriffsmöglichkeit gegenüber.

Jetzt hat ein Ulmer Forscherteam um Prof. Dr. Alexander Meining ein Verfahren entwickelt, das schneller und sicherer als die herkömmliche Methode ist: Zwei, unabhängig voneinander steuerbare Instrumente aus dem 3D-Drucker werden auf der Spitze eines Standard-Endoskops gebündelt.

"Wir verwenden ein Standard-Endoskop an dessen Spitze wir die zwei Arme aus dem 3D-Drucker zum Operieren verwenden," erklärt Professor Meining, Leiter der Endoskopie an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin I.

"Unser Konzept basiert also nicht auf einem Arm beziehungsweise Werkzeug mit dem wir schneiden und zergliedern, sondern auf zwei unabhängig voneinander agierenden Armen. Mit dem einen können wir das Gewebe halten und mit dem anderen präzise abtrennen. Man könnte sagen, vom Prinzip her wie Essen mit Messer und Gabel."

Auf Grundlage von Studien an Schweinen, ist sich die Forschergruppe um Prof. Meining sicher, dass Operationen auf diese Weise schneller, präziser und vor allem sicherer sind. Das Verletzungsrisiko für das umliegende Gewebe ist geringer als bei der herkömmlichen "Einarm"-Methode.

Ein weiterer Vorteil der 3D-Drucktechnologie ist die Tatsache, dass die Endoskopwerkzeuge individuell an den Patienten und dessen Körper bzw. an die zu operierende Stelle angepasst werden können. "Ich weiß nicht, ob der 3D-Druck unser Leben revolutionieren wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns in den nächsten Jahren mit dieser Technologie auseinandersetzen müssen und sie mehr und mehr Einzug in die medizinische Praxis halten wird", so Meining.

COMPAMED.de; Quelle: Technische Universität München

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