Herstellungskosten senken

In Deutschland werden jährlich mehr als 60 Mio. m² Laminatfußboden produziert. Dabei werden Laminatbodenpaneele in der Durchlauffertigung mittels Sägen aufgeteilt und anschließend mittels Fräsen profiliert. Je nach Größe des Herstellers kommen leicht Schnittlängen von einigen 10000 km allein in einem Unternehmen zustande. Der Werkzeugverschleiß durch die harte Laminatschicht (Melaminharz, Korund) stellt den Hauptanteil der Betriebskosten einer Profilierungsmaschine dar, typischerweise 200.000 € pro Jahr.

Bei einem neuen Forschungsprojekt soll durch die Abtragung des für den Verschleiß der Säge- und Fräswerkzeuge verantwortlichen Materialschicht (Overlay) die Standzeit von Werkzeugen beim Profilfräsen von Laminatbodenpaneelen verlängert werden.

Dabei trägt ein fokussierter CO2-Laser selektiv das 0,1-0,2 mm dicke Overlay ab, so dass das Fräswerkzeug im folgenden Bearbeitungsschritt nicht mehr durch die korundhaltige Beschichtung verschleißt. Das Lösungskonzept beinhaltet die Prozessanalyse, Prüfung und Bewertung der Bearbeitungsqualität sowie sicherheitstechnische Maßnahmen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

In Vorversuchen wurden schon Vorschubgeschwindigkeiten von 75-100 m/min erzielt. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen und technische Optimierungen sollen für erhöhte Vorschubgeschwindigkeiten (200 – 300 m/min) sorgen. Durch die Kombination des selektiven Laserstrahlabtragens mit einer neuen Fräsfolge werden bis zu 30 % Betriebskostenersparnis gegenüber dem konventionellen Finishfräsen erwartet; und dies bereits ohne Berücksichtigung der zukünftig selteneren Werkzeugwechsel.

COMPAMED.de; Quelle: Laser Zentrum Hannover e.V