Hüftgelenke aus Titan sehr haltbar

Die Haltbarkeit von Hüftgelenken beträgt meist nur 15-20 Jahre. Falls sie sich lockern, ist ein Austausch erforderlich. Neu auf dem Markt sind Kunstgelenke aus Titan, die aus mehreren Komponenten bestehen. Solche mehrteiligen Hüftimplantate ermöglichen dem Orthopäden, das Kunstgelenk bei der Operation ganz individuell den Bedürfnissen des Patienten anzupassen.

Im Biomechanik-Labor der Universität Heidelberg werden Prothesen-Typen rund um die Uhr getestet. So können innerhalb von wenigen Wochen die Belastungen durchlaufen werden, denen das künstliche Hüftgelenk normalerweise in zehn Jahren standhalten muss. Die Prüfsysteme im Labor sind in der Lage Bewegungs- und Laufmuster des Gelenkes perfekt nachzuahmen.

Für seinen Beitrag "Korrosion und Ionenfreisetzung bei Hüftimplantaten mit modularem Halssystem" wurde Doktor Jan Philippe Kretzer, Technischer Leiter des Labors, ausgezeichnet. In Tests haben Kretzer und sein Team gemessen, wie viel Titan verschiedene Implantate unter Belastung abgeben und während welchen Zeitraums dies passiert.

Die Messungen ergaben, dass nur extrem geringe, klinisch unbedenkliche Mengen an Titan freigesetzt wurden - und zwar unabhängig vom Design des untersuchten Kunstgelenks. Allein die Art der Oberflächen schien einen Einfluss zu haben: Je rauer die Oberfläche des Implantats war, desto geringer war der Abrieb - weniger Titan wurde freigesetzt. Kretzer erklärt dies mit der stabileren Verbindung der Komponenten bei rauen Oberflächen. Bei keiner Prothese kam es zu einem mechanischen Versagen oder übermäßiger Korrosion.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg