Hüft-Prothese hält über 20 Jahre

Die spezielle Geometrie und Oberfläche dieser Prothese garantieren die stabile Verankerung und die natürliche Integration im Knochen. Charakteristisch ist die aufgeraute Oberfläche des Schafts, die dem nachwachsenden Knochengewebe Halt gibt.

Bis heute wurde diese Endoprothese aus ultraleichtem Titan millionenfach und mitunter auch minimal-invasiv mit einem Hautschnitt von etwa zehn Zentimetern eingesetzt – heutzutage in Kombination mit Kugel und Pfanne aus Keramik, was für weniger Abrieb sorgt. Bei 67 Prozent der 200 untersuchten Probanden war auch die Haltbarkeit von Kugel und Pfanne, so das zweite Ergebnis der Studie, nach 20 Jahren immer noch gegeben.

Rund 300 Hüfttotalendoprothesen werden an der Universitätsklinik für Orthopädie der MedUni Wien pro Jahr eingesetzt, die Hälfte davon vom Typ Zweymüller. Auch Sport ist damit möglich, ohne die Haltbarkeit zu reduzieren oder für eine schnellere „Auslockerung“ der Prothese zu sorgen. Die Patienten werden immer jünger – gerade wegen der Top-Qualität der Prothese. Früher, so der Leiter der Studie Reinhard Windhager, lag das Durchschnittsalter der Prothesen-Empfänger deutlich über 65 Jahren, und sinkt heutzutage kontinuierlich darunter.

Gleichzeitig wird in der orthopädischen Chirurgie an der Entwicklung neuerer, noch besserer Prothesen geforscht – und zwar mit der sogenannten radio-stereometrischen Analyse (RSA). Windhager: „Dabei wird dreidimensional die Bewegung des Implantats relativ zum Knochen gemessen. Wir können sozusagen dem Implantat beim Wandern zuschauen. Das geht auf 0,1 Millimeter genau.“ Daraus lässt sich innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Operation eine Frühdiagnose über das Einwachsen des Implantats im Knochen und dessen Haltbarkeit erstellen. Zugleich können mit RSA neue Materialien, die bei neuen Prothesentypen – auch für das Knie, den Fuß oder die Wirbelsäule – zum Einsatz kommen, miteinander verglichen werden.

„Die RSA ist ein perfektes Tool für die Entwicklung neuer Produkte in der orthopädischen Chirurgie. Unser Ziel ist die weitere Verbesserung der Integration des Implantats in den Knochen. Wichtiger ist dabei vor allem die Biologie, wir schauen uns an, was rund um die Prothese passiert“, so der Klinikleiter.

COMPAMED.de; Quelle: Medizinische Universität Wien