Foto: Arzt sitzt vor Computerbildschirmen
Arzt bei der magnetisch gesteuerten
Behandlung eines Patienten mit
Vorhofflimmern; © Armin Kühn

Unter Vorhofflimmern leiden allein in Deutschland etwa eine Million Menschen. Bei einem Großteil der Betroffenen äußert sich die Erkrankung durch Herzrasen, verursacht durch zu schnelle und ungeordnete Bewegungen der Herzkammerwände, die durch ungerichtete elektrische Erregungen des Herzens entstehen. Vorhofflimmern ist zwar grundsätzlich nicht lebensbedrohlich, aber mit einem erhöhten Risiko verbunden, einen Schlaganfall zu erleiden.

Wenn eine medikamentöse Therapie nicht erfolgreich ist, kann die Ursache der Rhythmusstörungen im Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) durch eine magnetisch gesteuerte Katheterbehandlung der Herzinnenhaut behoben werden. Dieses Verödungsverfahren nennt man Ablation. Der dabei eingesetzte, an der Spitze mit Gold beschichtete Katheter gewährleistet eine hohe, punktgenaue Energieübertragung und vermindert das Risiko der Gerinnselbildung erheblich.

Insgesamt 90 Patienten mit zumeist anhaltendem Vorhofflimmern wurden bisher am HDZ NRW unter der Leitung von Professor Dieter Horstkotte erfolgreich mit der neuen Methode behandelt. Während bisher nur von Hand gesteuerte Ablationen möglich waren, bietet die durch große Magneten gesteuerte Ablation viele Vorteile.

So ist durch die Kraft der Magneten ein ständiger Kontakt zwischen dem Behandlungskatheter und dem zu verödenden Gewebe im linken Herz-Vorhof zu erreichen. Dadurch werden nicht nur verbesserte Ergebnisse bei komplizierten Behandlungen erzielt. Auch treten weniger Komplikationen durch zu starkes Andrücken der Katheter an die Herzwand auf, da der Magnet den Kontakt auf das genau nötige Maß begrenzt.

Der mit der Goldspitze ausgestatte Herzkatheter gewährleistet dabei eine hohe Energieübertragung, ohne gefährliche Blutgerinnsel zu erzeugen. So konnten die Behandlungen der Patienten ohne Auftreten von Schlaganfällen durchgeführt werden.

COMPAMED.de; Quelle: Herz- und Diabeteszentrums NRW