Foto: Plastikpuppe mit Schlauch (der Erfindung) in der Lunge
Sauerstoff für den Patienten, Bilder
für den Chirurgen - das "Fibuskop"
liefert beides; © MK-MediaDesign

Fremdkörper oder Tumor in den Atemwegen: Bei schwierigen Eingriffen steht der Chirurg vor dem Problem, dass die kritische Stelle untersucht, möglicherweise entfernt und der Patient gleichzeitig beatmet werden muss. Mit den herkömmlichen Sichtgeräten (Endoskopen) ist dies manchmal schwer möglich; dann muss der Brustkorb eröffnet werden.

Abhilfe könnte hier eine neue Erfindung schaffen: Mit dem "Fibuskop", einem flexiblen Endoskop, wird der Patient beatmet und der Chirurg kann unter Sichtkontrolle auch schwierige Eingriffe vornehmen.

Bisher gibt es zwei Optionen: Das herkömmliche starre Endoskop lässt zu, dass der Patient während der Operation ausreichend Sauerstoff bekommt, aber der Chirurg kann damit nur "geradeaus" operieren. Bei schwierigen anatomischen Verhältnissen ist es deshalb häufig nicht einsetzbar. Die Alternative, ein flexibles Endoskop, das in den Beatmungsschlauch (Tubus) eingeführt wird, schneidet den Patienten vorübergehend komplett von der Sauerstoffversorgung ab. Je nach Gesundheitszustand ist dies immer nur für wenige Sekunden möglich.

Das Fibuskop verbindet Beatmen, Beobachten und Operieren, denn es besteht aus einem Schlauch, in dessen Wand optische Lichtleiter und mechanische Fasern zur Lenkung des Endteils integriert sind. Dadurch bleibt das Innere des Schlauches frei; es können sogar Operationswerkzeuge eingeführt werden. Der Name Fibuskop erklärt sich aus der Kombination von "Fiberoptik", "Tubus" und "Endoskop".

Eine kleine Bedienungsfläche - ähnlich wie bei einem Laptop - ermöglicht die Steuerung mit nur einer Hand. "Mit dem Fibuskop können Operationen minimal invasiv durchgeführt werden, die sonst nur durch einen großen Schnitt in den Brustkorb möglich wären", fasst Erfinder Dr. Christoph Schramm zusammen. Die Erfindung ist zum Patent angemeldet und mit dem "IT & Life Science"-Preis der Wirtschaftsinitiative "baden-württemberg: connected" (bwcon) ausgezeichnet worden.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg