Gefährliche Stoffe in Krankenhausabwässern

Ziel dieser patentierten Voraktivierung ist die Bildung eines Biofilms, der im direkten Kontakt mit dem belastenden Abwasser die anfallenden Schadstoffe beseitigt.

Im Unterschied zu häuslichen Abwässern sind Krankenhausabwässer hoch medikamentös belastet. Kommunalen Kläranlagen gelingt die Trennung der Schadstoffe vom Wasser meist nur zum Teil. So gelangen zum Beispiel Arzneimittelrückstände wie Hormone in freie Gewässer. Ein weiteres Problem bereitet hier immer noch die unachtsame Beseitigung von Medikamentenresten über die Toilette. Geringste Rückstände können dabei drastische Auswirkungen auf die Natur haben.

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes wurde unter der Projektleitung der Fachhochschule Gießen-Friedberg am Evangelischen Krankenhaus in Gießen eine Abwasserversuchsanlage in Betrieb genommen.

Gegenüber einer zentralen städtischen Abwasseranlage hat das dezentrale Konzept am Krankenhaus den Vorteil, die Schadstoffe in höherer Konzentration vorzufinden. Die Verdünnung würde in zentralen Anlagen durch das Beimischen von häuslichen Abwässern entstehen und den Reinigungsprozess erheblich erschweren. Die entsprechende Analytik der Spurenstoffe wird von einer Arbeitsgruppe der Justus-Liebig-Universität Gießen unter Leitung von Dr. Rolf Düring ausgeführt.

In der am Evangelischen Krankenhaus in Gießen aufgestellten Versuchsanlage wird das neu entwickelte Trägermaterial getestet.

Im Rahmen des Forschungsprojektes untersucht die Fachhochschule Gießen-Friedberg unter Leitung von Prof. Röhricht zudem innovative Reinigungstechniken wie die UV-Oxidation oder die Nanofiltration.

COMPAMED.de; Quelle: Fachhochschule Gießen-Friedberg