TAVI: Frauen profitieren von Implantation mehr

19.09.2013

Nach Katheter-gestützten Aortenklappen-Implantationen haben Frauen ein um 25 Prozent geringeres Sterblichkeits-Risiko als Männer. Das zeigt eine Studie vom Klinikum Coburg.

Die Ergebnisse liefern Hinweise dafür, dass TAVI für ältere Frauen mit schwerer symptomatischer Aortenstenose die Therapie der Wahl sein könnte, betonte Studienautor Dr. Mohammad Sherif.

In der aktuellen Analyse wurden die Behandlungsergebnisse von insgesamt 1.432 Patienten aus 27 Zentren ausgewertet, die zwischen Januar 2009 und Juni 2010 im deutschen TAVI Register erfasst wurden. 57,8 Prozent waren Frauen, sie waren zum Zeitpunkt der Ersterfassung durchschnittlich 83 Jahre alt, Männer im Durchschnitt 80 Jahre. Männer hatten vor Behandlungsbeginn häufiger bereits einen Herzinfarkt hinter sich (22 versus 11,5 Prozent), litten an ausgeprägteren Formen von koronarer Herzerkrankung (36 versus 16 Prozent), waren öfter vorher am offenen Herzen operiert worden (33 versus 14 Prozent), litten häufiger an peripheren Verschlusserkrankungen (37 versus 26 Prozent) und an COPD (28 versus 21 Prozent). Während des TAVI-Eingriffs kam es bei 25,2 Prozent der Frauen zu koronaren Komplikationen, von den Männern waren 17,2 Prozent davon betroffen.

30 Tage nach dem Eingriff lag die Mortalität bei Frauen bei 7,6 Prozent, die von Männern bei 8,6 Prozent, nach einem Jahr betrug die Sterblichkeitsrate bei Frauen 17,3 Prozent, bei Männern 23,6 Prozent. „Bei der 30-Tage-Sterblichkeit liegen die Werte für Männer und Frauen noch nahe aneinander, nach einem Jahr zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Das könnte sich zum Teil durch die höhere Lebenserwartung von Frauen erklären lassen, sowie durch das deutlich geringere Ausmaß von Komorbiditäten“, so Sherif, der weitere Untersuchungen zu Geschlechterunterschieden bei TAVI, insbesondere in Bezug auf „Patienten mit mittlerem Risiko“, forderte. „Bei Hochrisikopatienten benötigen wir Daten über einen längeren Follow-up-Zeitraum.“

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.