Früherkennung der Alzheimer Erkrankung

Foto: PET-Verfahren

Wird heute die Diagnose Alzheimer gestellt, erfolgt das meistens aufgrund bereits deutlicher Symptome und nach dem Ausschlussprinzip: Kommen keine anderen Ursachen für die geistigen Ausfallerscheinungen in Frage, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Demenz vom Alzheimer Typ.

Erkennbar wird die Erkrankung damit meist erst, wenn die geschädigten Hirnzellen unwiederbringlich verloren sind. Mit einer neuen hochmodernen Diagnosemethode können die Ärzte am Universitätsklinikum Leipzig jetzt Alzheimer bereits im Frühstadium sicher erkennen.

Möglich wird dies durch den Einsatz eines neuen Positronen-Emissions-Tomographischen (PET-) Verfahrens, welches Alzheimer-typische Ablagerungen - sogennante β-Amyloid-Plaques - sichtbar macht. „Mit der PET können wir sehen, ob im Gehirn der Patienten Amyloid-Plaques vorhanden sind, noch bevor unumkehrbare strukturelle Veränderungen eintreten“, erklärt Doktor Solveig Tiepolt, Ärztin an der Klinik für Nuklearmedizin am UKL.

Seit Anfang Juli steht das bisher nur innerhalb von Forschungsprojekten angewandte Verfahren in der UKL-Nuklearmedizin allen Patienten zur Verfügung. Das für die maximal 90minütige Untersuchung verwendete Radionuklid ist völlig unbedenklich. Es ermöglicht die Darstellung von β-Amyloid-Plaques im Gehirn, indem es an die krankhaften Strukturen bindet und so Aussagen zum Vorliegen einer Alzheimer-Erkrankung und zur Ausdehnung der Ablagerungen erlaubt.

„β-Amyloid-Plaques werden schon 10-15 Jahre vor dem Auftreten von ersten Demenzsymptomen im Gehirn abgelagert, somit kann die Amyloid-PET helfen die Diagnose Alzheimer-Erkrankung frühzeitiger und mit größerer Sicherheit zu stellen", betont Professor Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin.

Das habe auch große Bedeutung für künftige Therapien: „Wir wissen, dass wir viel früher mit der Behandlung beginnen müssten, um erfolgreich sein und das gefährdete Hirngewebe vor der Zerstörung bewahren zu können“, ergänzt Professor Hermann-Josef Gertz, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie. „Eine frühe und sichere Diagnostik schafft die Grundlage für unsere Therapien, indem wir die Wirksamkeit besser nachweisen und diese in Zukunft hoffentlich auch wesentlich früher einsetzen können.“

Das Universitätsklinikum Leipzig gehört zu einem der wenigen Zentren deutschlandweit, an dem die neue Methode eingesetzt wird, da für die Radionuklid-Herstellung unter anderem ein Zyklotron am Standort erforderlich ist. „Das neue PET-Verfahren ist eine hervorragende Ergänzung zu den bisher angewandten Methoden. Wir versprechen uns hiervon einen großen Gewinn für unsere Patienten und neue Erkenntnisse über die Alzheimer-Erkrankung, deren Behandlung zu den Herausforderungen der nächsten Jahre gehören wird“, so Sabri.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Leipzig