Frühe Diagnose der Riesenzellarteriitis

Unbehandelt drohen Betroffene zu erblinden. Bislang konnte nur eine Operation den Verdacht bestätigen. Neueste Ultraschallverfahren ersetzen jetzt diesen Eingriff. "Möglich geworden ist die risikoarme Diagnose der Arteriitis temporalis vor allem durch intensive Forschung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Ultraschallgeräte", sagt Professor Dr. med. Christian Arning, Vizepräsident der DEGUM und Neurologe an der Asklepios Klinik Hamburg-Wandsbek. Mittlerweile bildet medizinischer Ultraschall im Körper Strukturen mit einer Auflösung von 0,1 Millimeter ab. Das ermöglicht den Nachweis kleiner Entzündungsherde in den Gefäßen. Geschwollene Gefäßwände, verengte oder verschlossene Arterien werden auf diese Weise sichtbar.

Diese eindeutigen Signale sind ausschlaggebend, um eine Riesenzellarteriitis zu erkennen. "Denn nicht immer verläuft sie typisch und damit für den Arzt eindeutig, sodass für viele Patienten mehr als zwei Monate vergehen, bis die Erkrankung richtig behandelt wird", erläutert Privatdozent Dr. med. Wolfgang Schmidt von der Rheumaklinik Berlin-Buch.

Riesenzellarteriitis ist die häufigste Gefäßentzündung, die ähnlich Rheuma durch ein fehlgeleitetes Immunsystems hervorgerufen wird. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Meist tritt die Krankheit nach dem 50. Lebensjahr auf. Zunächst macht sich die Entzündung durch starke Kopfschmerzen, verdickte Schläfenarterien, Schmerzen beim Kauen und erhöhte Temperatur bemerkbar. Die Patienten fühlen sich krank und verlieren häufig an Gewicht. Betroffen sind vor allem die Gefäße an den Schläfen aber auch in den Armen. Auch Arterien, die den Sehnerv versorgen, können sich entzündlich verändern. "Ist der Sehnerv betroffen, kommt es zu einer Durchblutungsstörung, die schließlich zur Erblindung des Betroffenen führen kann", beschreibt Schmidt die meistgefürchtete Folge der Gefäßentzündung.

COMPAMED.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Medizin – Kommunikation