Fortschreiten der Parkinson-Krankheit messen


Das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung und Verbesserungen durch die Gabe von Medikamenten waren bislang nur unzureichend messbar: Vom Arzt auszufüllende Rating-Skalen erlaubten nur eine grobe Aussage darüber, wie sich die Symptomatik verändert hatte.

Ein Computer soll künftig objektive und hochauflösende Aussagen darüber treffen. Das Gerät vereint verschiedene Sprach- und Motoriktests. Bochumer Forscher haben dafür einen technisch neuartigen Steckbord-Test (Pegboard) entwickelt, der die Bewegungsverlangsamung bei Parkinson zuverlässig misst.

Die Testbatterie deckt viele Problembereiche der Parkinson-Symptomatik ab, sie besteht aus Sprachtests, Tapping-Tests (schnelle Klopfbewegung), Keyboard-Tests (Feinmotorik), Tremor-Analyse und die Messung der Bewegungsgeschwindigkeit mit dem Steckbord. Alle Tests laufen auf einem Laptop-ähnlichen Computer, den die Patienten mit nach Hause nehmen und nach einer Einweisung dem Menü folgend alleine bedienen können.

In der Pilotstudie, die gerade ausgewertet wird, absolvierten Patienten vor Behandlungsbeginn den Test über mehrere Monate regelmäßig. "So bekommen wir zum ersten Mal überhaupt zuverlässige Daten über den Spontan-Verlauf der Parkinson-Krankheit", erklärt Privatdozent Peter H. Kraus von der Neurologischen Klinik im St. Josef Hospital.

Künftig soll das Gerät vor allem dazu dienen, den Erfolg von neuroprotektiven Substanzen zu prüfen. Es ist aber auch zur Bestimmung der Wirksamkeit symptomatischer Therapien geeignet. Beim Stecktest werden die Probanden aufgefordert, acht Stäbchen jeweils nacheinander von einer Seite der Testanordnung auf die andere zu stecken, in einer vorgegebenen Richtung und Reihenfolge. Drei Testläufe werden jeweils hintereinander durchgeführt und die Geschwindigkeit des Patienten gemessen. Das Gerät ist in der Lage, Fehler, zum Beispiel Verzögerungen durch ein hinuntergefallenes Stäbchen, aus den Daten herauszurechnen.

COMPAMED.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum