Fortbildung auf Ingenieurniveau

Mit „QualiTeFa“ (Qualifizierung für technische Fachkräfte) soll dem entstehenden Fachkräftedefizit entgegenwirken. Denn die regionale Nachfrage nach Ingenieuren übersteigt das Angebot deutlich. Außerdem stellen immer „intelligenter“ werdende Maschinen und das stetig sich verändernde technische Umfeld immer höhere Herausforderungen an die Mitarbeiter in der Produktion. Gleichzeitig können durch qualifizierte berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen Auswirkungen der demografischen Entwicklung zumindest zum Teil aufgefangen werden.

Andererseits setzen die Anforderungen für Positionen wie zum Beispiel als Channel Manager in Fertigungsstraßen nicht zwangsläufig ein Ingenieurstudium voraus. Mit Soft Skills und methodischem Know-how können Meister und Techniker die komplexen Prozesse ebenso überblicken und managen“, sagt Wolfgang Sutterlüti, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung.

Im Mittelpunkt des Projekts „QualiTeFa“, das am 01.10.2010 begonnen hat, steht daher eine modular aufgebaute 18 Monate dauernde Qualifizierungsmaßnahme zur allgemeinen berufsbegleitenden Weiterbildung im Betrieb. Ziel ist es, die Teilnehmer zu befähigen, sich neuen technischen Herausforderungen durch problemlösendes Denken auf Basis akademischer Methoden zu stellen.

Die 25 Teilnehmer werden zunächst in einem 2-tägigen Seminar auf die Qualifizierungsmaßnahme vorbereitet („Lernen lernen“). Es folgt ein sogenannter Brückenlehrgang mit einer Dauer von 16 Wochen, in dem die Teilnehmer Fachkompetenz aus den Bereichen Mathematik, Physik, Englisch, Selbstmanagement und Präsentation vermittelt bekommen.

Den zeitlich intensivsten Teil der berufsbegleitenden Qualifizierungsmaßnahme umfasst der Grundlagenlehrgang (28 Wochen) mit den Bereichen Mathematik, Physik, Technische Mechanik, Festigkeitslehre, Werkstoffkunde, Maschinenelemente, BWL, Kommunikation, Motivation, Englisch.

Den Abschluss der Fortbildung bilden Vertiefungslehrgänge (16 Wochen), in denen sich die Teilnehmer in unterschiedlichen Bereichen spezialisieren (Industrial Engineering, Supply Chain Management, Arbeitsvorbereitung, Qualitätsmanagement, Konstruktion).

Alle Module sind geprägt von einer Mischung aus Präsenzunterricht und eigenständigem Lernen. Die Dozenten sind meist Professoren der Hochschule Nürnberg. Die Georg-Simon-Ohm-Hochschule für angewandte Wissenschaften – Fachhochschule Nürnberg zertifiziert die Qualifizierung, sodass die Teilnehmenden zum Abschluss die Dokumentation eines bekannten staatlich anerkannten Bildungsträgers in den Händen halten.


COMPAMED.de; Quelle: Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg