Finanzielle Grenzen in der Chirurgie

In der Chirurgie und Intensivmedizin sind es insbesondere neue Entwicklungen in der Medizintechnik und von Operationsverfahren, durch die Patienten heute schwerste Erkrankungen und Verletzungen überleben können. Diese sind häufig sehr kostenintensiv.

Die Grenzen der wirtschaftlichen Belastbarkeit des Gesundheitssystems in Deutschland sind jedoch bereits überschritten. "Ärzte haben den Auftrag zu heilen", betont Professor Dr. med. Volker Schumpelick von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). "Es ist unethisch, kranken Menschen Hilfe und Unterstützung gegen besseres Wissen vorzuenthalten."

Dem größeren Erfolg in der Behandlung stehen immer knappere finanzielle Mittel gegenüber. So müssen Notärzte heute bereits vielfach weite Wege fahren, bis eine Klinik bereit ist, einen Schwerverletzten aufzunehmen. "Intensivbetten sind fast immer belegt", erläutert Professor Dr. med. Joachim Boldt von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). "Ausgerechnet dann, wenn ein Patient am dringendsten Hilfe braucht, ist oft kein Platz für ihn frei."

Sparen müssen Kliniken nicht nur an der Anzahl ihrer Intensivbetten.
Ob teure Diagnose- und Therapieverfahren immer ihren Preis wert sind, wie viel ein gewonnenes Lebensjahr kosten darf und ob es Altersgrenzen gibt, sind Fragen, die nach Meinung der beiden Präsidenten gesellschaftlich und politisch diskutiert werden müssen. Bisher seien diese Entscheidungen der Ärzteschaft allein überlassen.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie