Festgezurrt für besseren Durchblick

Eine Grafik von roten Blutkörperchen

Die Kernspintomographie basiert auf dem Eigendrehimpuls der Kerne von Wasserstoffatomen, dem so genannten Spin. In einem starken Magnetfeld richten sich diese Spins aus und die Kerne klappen um. In einer anschließenden Phase fallen die Atomkerne wieder in ihren Grundzustand zurück und senden dabei elektromagnetische Wellen aus. Das nennt man Relaxation. Das Signal, das vom Kernspintomographen empfangen wird, hängt von der Wasserstoffdichte und den Relaxationszeiten ab, was wiederum vom Gewebetyp beeinflusst wird.

Um einzelne Organe mithilfe der Kernspintomographie sichtbar zu machen, muss ein Kontrastmittel diese markieren. Besonders gut eignen sich Komplexe aus Gadolinium, da dieses Element besonders starke elektromagnetische Felder erzeugt. So nutzen Mediziner unter anderem das Kontrastmittel Vasovist (MS-325), um Gefäßerkrankungen sichtbar zu machen. Vasovist ist ein Gadoliniumkomplex mit einer Art molekularem Anker, der das Blutserum-Protein Albumin bindet.

Die amerikanischen Forscher wollten nun die Empfindlichkeit der Kernspintomographie erhöhen und verknüpften daher mehrere Gadoliniumkomplexe zu einer Kette mit dem Anker für Albumin an einem Ende. Da die Gadoliniumkomplexe aber in der Aneinanderreihung frei beweglich sind, verbesserte sich der Kontrast nicht. Erst nachdem die Forscher auch einen Anker an das andere Kettenende befestigten, erzielten sie einen höheren Kontrast. Denn die Kette wurde nun mit beiden Enden an Albumin gebunden und dabei regelrecht festgezurrt, so dass das Kontrastmittel in seiner Beweglichkeit eingschränkt war.

COMPAMED.de; Quelle: Gesellschaft deutscher Chemiker e.V.