30.10.2012

Vauth-Sagel Systemtechnik GmbH & Co. KG

Fertigung der Schnittstelle Heizplatte für Anästhesiegeräte

Um sich als Zulieferer für die Medizintechnik zu etablieren, muss ein Unternehmen neben einem überdurchschnittlich hohem Qualitätsstandard vor allem Verantwortungsgefühl mitbringen. Denn nicht selten geht es hier um Menschenleben. Hersteller von Medizintechnik- bzw. Reha-/Care-Produkten vertreiben nicht nur technische Artikel, sondern denken auch an Fürsorge und Sicherheit. Vauth-Sagel geht so weit, als Zulieferer eine hohe Mitverantwortung für die Reputation des Kunden zu tragen – und sieht deren Anforderungen dabei als tägliche Messlatte an.

Das Projekt „Schnittstelle Heizplatte“ ist ein gutes Beispiel für die Arbeit des Unternehmens in der Medizintechnik, denn dahinter verbirgt sich ein hoch komplexes Produkt mit höchster Funktionsintegrität zum Einsatz in einem Narkosegerät. Die Heizplatte bildet dabei die Schnittstelle zur Patienteneinheit mit schnellkupplungsartigen Konnektierungen von gasführenden Systemen und elektronischen Sensoren.

Da die Schnittstelle Heizplatte im Gebrauch Heizelemente zur Erwärmung der Atemluft enthält, muss sie über die komplette Lebensdauer des Gerätes eine hohe Maßhaltigkeit und geringste Verzugsneigung einhalten. Um dies dauerhaft zu gewährleisten, fiel die Wahl bei der Entwicklung auf ein zu 40 Prozent glasfasergefülltes Polyphenylensulfid (PPS GF40).

Bereits vor der Werkzeugauslegung wurde durch modernste Simulationsverfahren sowohl die Formfüllung mittels Kaskadensteuerung der Nadelverschlussdüsen als auch das zu erwartende Verzugsverhalten des besonderen Materials analysiert. Die Erkenntnisse bildeten anschließend eine wichtige Grundlage bei der Auslegung des Heißkanals, der Wahl der Anspritzungen und auch für die maßlichen Vorhaltungen im Werkzeug. Zur Sicherung des gesamten Fertigungsprozesses integrierte Vauth-Sagel zwei Werkzeug-Innendruck-Sensoren und programmierte die Maschinensteuerung so um, dass diese über die Sensoren erfolgt.

Die Abstimmung mit benachbarten Bauteilen in der Bau-gruppe des Produktes erfolgte während der Werkzeugerstellung. Dazu gibt es eine Musterung mit noch nicht vollständig eingebrachten Konturen direkt nach dem Einfahren des gesicherten Prozesses. Diese wurden nach vollständiger dreidimensionaler Vermessung an verzugkompensierten Positionen eingebracht.

Bei der Schnittstelle Heizplatte handelt es sich um eines der größten Spritzeile, welches jemals aus PPS GF40 gefertigt wurde. Die besondere Herausforderung hierbei ist die Werkzeugtemperatur von 180 °C und die enorme Fließfähigkeit des Rohstoffes.