Fast zum Reinbeißen

Foto: Körner und Vollkornbrötchen

Der Verpackungsrohstoff wurde von Forschern der Professur Fördertechnik der TU Chemnitz gemeinsam mit der Rolle Mühle aus Waldkirchen bei Zschopau entwickelt und zur Marktreife gebracht. Mittlerweile werden bereits hochwertige Geräte- und Maschinenbauteile, bruchempfindliche Keramiken sowie schwere Rollläden in das stoßfeste Kleiekleid gehüllt.

"Nach Gebrauch der Verpackung lässt sie sich ohne Einschränkungen innerhalb von zwei bis drei Wochen kompostieren", versichert Thomas Rolle, Geschäftsführer der Rolle Mühle. Weitere Einsatzmöglichkeiten der neuen Verpackung sehen die Entwickler in der Bauindustrie, beispielsweise als Schalung oder als Transportverpackung für Fenster und Türen.

Der neue Rohstoff soll anders als andere Verpackungsmaterialien ökologisch abbaubar sein, denn neben der Kleie, die beim Mahlen von Getreide anfällt, kommen geringe Mengen Baumwollfasern hinzu, die ebenfalls abbaubar sind. Beide Rohstoffe werden mit Wasser vermischt. Die so entstandene Masse wird anschließend in Formen gepresst.

Hierbei entweicht etwa 40 Prozent des Wassers. Im Anschluss werden die Formkörper getrocknet. Das Trocknen stellte für den Chemnitzer Wissenschaftler Prof. Klaus Nendel ein Problem dar. "Wir benötigten unzählige Versuche im Labor, bis die mehrstufige Trocknung mittels großer Mikrowellen einwandfrei funktionierte", sagt Nendel. Besonders schwierige, nicht in einem Pressvorgang herstellbare Formen können in modularer Bauweise durch Verkleben einzelner Teilformen produziert werden.

Die Verpackungsformkörper werden derzeit noch in einer kleintechnischen Versuchsanlage in einem Betriebsteil der Rolle Mühle Waldkirchen produziert. Das Projekt wurde bisher mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie von der Sächsischen Aufbaubank unterstützt.

COMPAMED.de; Quelle: Technische Universität Chemnitz