05.11.2013

ACTEGA DS GmbH

Für jede Verfahrenstechnik der richtige Compound

Kunststoffe lassen sich anpassen wie kein anderer Werkstoff und sind deshalb für die Medizintechnik von zunehmender Bedeutung. Insbesondere wo es um medizinische Einmalartikel geht, die aufgrund ihres Einsatzes am oder im Patienten höchsten Qualitätsanforderungen unterliegen, wie z.B. medizinische Schläuche. Dabei kommt es sowohl auf die Kunst an, dem zugrundeliegenden Werkstoff die richtigen Eigenschaften zu geben, als auch auf die fundierte Beherrschung der gesamten Fertigungskette, die vielfältigen gesetzlichen Anforderungen entsprechen muss (Good Manufacturing Practice).


Dabei kommen verschiedene Fertigungsverfahren zum Einsatz, so der Spritzguss, der Mehrkomponenten-Spritzguss sowie die Extrusion.


Bei der Extrusion werden Kunststoffe oder andere zähflüssige härtbare Materialien in einem kontinuierlichen Verfahren aufgeschmolzen und anschließend durch eine Düse in Form gepresst.


Produkte der Extrusionstechnik finden sich in zahlreichen Anwendungsgebieten wieder, wie z.B. in der Bau-, Automobil-, Luftfahrt, Möbel-, Kosmetik-, Lebensmittelindustrie und vor allem auch in der Medizintechnik.


So werden Extrusions- und Co-Extrusions-Verfahren auch eingesetzt, um ein- oder mehrlumige Schläuche für den medizinischen Einsatz herzustellen. Bei der Coextrusion werden zwei oder mehr Materialien im Extruderkopf miteinander kombiniert, die ansonsten nicht vermischt oder vermengt werden können. Es ist zum Beispiel möglich, einen Schlauch herzustellen, der innen aus einem Material mit einer ausgezeichneten chemischen Beständigkeit und außen aus einem Material mit hervorragenden Wärmeeigenschaften besteht. Die Palette der verwendbaren Polymere für einen Einsatz in der Coextrusion ist im Prinzip unbegrenzt. Besonders bewährt haben sich jedoch Thermoplastische Polyurethane, Polyamide, Polyolefine und vor allem Thermoplastische Elastomere, die sich auch in der Mikroextrusion verarbeiten lassen – ein Bereich der in der Medizintechnik immer wichtiger wird.


Da in der Medizintechnik sehr hohe funktionale Anforderungen gestellt werden - die Instrumente müssen höchst präzise und oft sehr robust sein - wird oft das Spritzgussverfahren eingesetzt. Bei diesem Urformverfahren wird der Werkstoff mit einer Spritzgießmaschine in einer Spritzeinheit plastifiziert und in ein Spritzgießwerkzeug eingespritzt.


Für den Einsatz dieser Verfahrenstechnik im medizinischen Umfeld werden speziell entwickelte „Medical Grade-Kunststoffe“ herangezogen.


Mit Medical Grade wird ein umfangreiches Eigenschaftsprofil umschrieben. Zum einen geprüfte Biokompatibilität und physiologische Unbedenklichkeit. Chemische und Medienbeständigkeit sind weitere Merkmale. Darüber hinaus ist Sterilisationsfähigkeit für Werkstoffe im medizinischen Umfeld ein Muss.


Medizinische Teile unterliegen den strengsten Qualitätstests von der Entwicklungsphase bis zur Produktion in hohen Stückzahlen. Für Fehler ist hier kein Platz. Hier kommt der Mehrkomponenten-Spritzguss zum Einsatz. Die Nutzung von TPE-Hochleistungs-Compounds in diesem Verfahren verkürzt die Prozesszeit, senkt die Fehlerquote und steigert die Produktionssicherheit.


Unter Mehrkomponentenspritzguss versteht man das sequentielle Zusammenbringen mehrerer Schmelzen (Kunststoffe) während des Spritzgießvorgangs. Dieses Produktions-Verfahren wird z.B. häufig eingesetzt, um weiche Dichtungen an feste Bauteile anzubringen etwa medizintechnische Dichtungselemente in Spritzen, pharmazeutische Dosiersysteme, Verbindungen für Katheterkupplungen.


Die TPE-Rezepturen für das ProvaMed®-Portfolio von Actega DS sind sowohl für die Extrusion als auch für die Verarbeitung im Spritzguss und Mehrkomponenten-Spritzguss ausgerichtet und weisen sehr gute Haftungseigenschaften auf einer Vielzahl von Kunststoffen auf. Darüber hinaus wurde auf niedrigstes Migrationspotential, Biokompatibilität, Sicherheit vor Schleimhautirritationen, PVC-, Phthalat-, Silikon- und Latex-Freiheit geachtet. Die TPE sind sterilisierbar – eine für medizintechnische Applikationen unabdingbare Voraussetzung. Alle Rezepturen werden kundenspezifisch entwickelt und aufwändigen Tests unterzogen, damit die gewünschten, oft sehr speziellen bis hin zu extremen Anforderungen an die Materialeigenschaften erreicht werden können.