Förderzuschlag zur Entwicklung innovativer Medizinprodukte

17.06.2016

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat der Industrie-in-Klinik-Plattform "Medical Care and Product Development in Aachen – Bonn – Cologne" (MEC-ABC) eine Förderzusage erteilt.

Photo: Eine Frau und Männer präsentieren eine Urkunde

Staatssekretär Dr. Georg Schütte (3.v.l.) und Prof. Dr. Ruth Krischner-Hermanns vom MEC-ABC Bonn bei der Bekanntgabe der geförderten Projekte; © privat

An der Plattform sind Wissenschaftler und Industriepartner beteiligt, die gemeinsam Medizinprodukte für die Rehabilitationstechnik und die Hilfsmittelversorgung entwickeln wollen. Markteintrittsbarrieren sollen dabei frühzeitig erkannt und schon während der Entwicklung reduziert werden. Leiterin des Projekts ist Prof. Ruth Kirschner-Hermanns, die als Professorin für Neuro-Urologie an der Universität Bonn tätig ist.

Mit seinem Förderprogramm stärkt das Forschungsministerium die Kooperation zwischen Unternehmen, Investoren und Kliniken, um innovative Forschungsinfrastrukturen in der Medizintechnik zu schaffen. Als einer von deutschlandweit 44 Mitbewerbern wurde die MEC-ABC nun für die Förderung ausgewählt. Im Fokus von MEC-ABC stehen entwicklungsbegleitend zum einen Dienstleistungen zur Anpassung des Produktes an klinische Anforderungen wie die Handhabung und Gebrauchstauglichkeit oder die Patientenakzeptanz, zum anderen die frühzeitige Entwicklung von Strategien zur Erstattung des Produktes.

"Wir freuen uns sehr über den Zuschlag und das Vertrauen", sagt Kirschner-Hermanns, die das Projekt gemeinsam mit Dr. Nadine Leistner leitet. Von Anfang an waren die Firma TEMA Technologie Marketing AG aus Aachen unter der Leitung von Dr. Günter Bleimann-Gather und Prof. Catherine Disselhorst-Klug, Leiterin des Lehr- und Forschungsgebiets "Rehabilitations- und Präventionstechnik" der RWTH Aachen, involviert.

Als klinische Kooperationspartner sind das Neurologische Rehabilitationszentrum Godeshöhe e.V. in Bonn-Bad Godesberg, das Universitätsklinikum Bonn sowie das Universitätsklinikum Aachen eingeplant. An der Entwicklung der Dienstleistungen werden u. a. das Studienzentrum Bonn (SZB), das Institut für evidenzbasiertes Gesundheits-& Versorgungsmanagement I.f.G.V., und das Reimbursement-Institute mitwirken. Neben der Entwicklung der Dienstleistungen werden drei Entwicklungsvorhaben gefördert, bei denen die Konzeption und Planung des neuartigen Medizinprodukts durch die Plattform begleitet werden.

"Profitieren von einer schnelleren Produktreife werden in erster Linie die Patienten, die neue innovative Therapie- und Pflegeprodukte schneller nutzen können", so Leistner. Aber auch die öffentlichen Pflege- und Krankenkassen würden entlastet, da neue Therapie- und Pflegeprodukte zu einer deutlichen Kostensenkung führen könnten. Zudem werde langfristig der Wirtschaftsstandort Köln-Bonn-Aachen, aber auch die gesamte deutsche Gesundheitswirtschaft gestärkt, da innovative Produkte auch weltweit exportiert werden können.

Mit der Fördermaßnahme möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Kooperation zwischen Unternehmen, Investoren und Kliniken stärken, um innovative Forschungsinfrastrukturen in der Medizintechnik zu schaffen. Weil die hohe Auslastung von Medizinern in der Regelversorgung deren Beteiligung an Forschung einschränkt, soll räumliche Nähe von industriellen Entwicklergruppen zu Medizinern dadurch geschaffen werden, dass die Industrie in die Kliniken kommt. Dafür stehen die Industrie-in-Klinik-Plattformen. Mit deren Etablierung möchte das BMBF über eine versorgungsorientierte Sichtweise ein aktiven Beitrag zur Stärkung der medizintechnischen Forschung und Entwicklung leisten und zugleich die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche am Standort Deutschland ausbauen. Hierzu werden im Zusammenschluss von Kliniken, Unternehmen und/oder Investoren geeignete Kooperationskonzepte entwickelt und in Modellprojekten erprobt.


COMPAMED.de; Quelle: Uniklinik Bonn
Mehr über die Uniklinik Bonn unter: www.ukb.uni-bonn.de