Förderung für Photonik-Unternehmen in Deutschland

26.02.2015
Foto: Weiße Lichtquelle auf schwarzem Grund

Photonik ist die Hightech-Industrie rund ums Licht und findet auch in der Medizintechnik vielfältige Anwendung; ©panthermedia.net/ jehsomwang

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung startet eine neue Runde der Förderinitiative "KMU-innovativ: Photonik".

Die Photonik ist die Hightech-Industrie rund ums Licht und zählt in Deutschland mit etwa 140.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 28 Milliarden Euro zu den wesentlichen Zukunftsfeldern, die die Hightech-Strategie der Bundesregierung adressiert. Dabei ist die hiesige Branche stark mittelständisch geprägt: etwa 90 Prozent der Unternehmen sind den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zuzurechnen. In vielen Bereichen der Photonik finden sich unter den kleinen und mittleren Unternehmen sogenannte "Hidden Champions", die in ihrem Segment Marktführer sind, aber vom Außenfeld nur unzureichend wahrgenommen werden. Für die Wirtschaft ist es wichtig, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen und zu fördern, da sie in der Regel nicht über die finanziellen und strukturellen Möglichkeiten von Großunternehmen verfügen.

Forschung und Entwicklung sind hier grundlegende Innovationsfaktoren. Daher hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme "KMU-innovativ: Photonik" ins Leben gerufen. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, das Innovationspotenzial von KMU im Bereich Photonik zu stärken und die Forschungsförderung im Rahmen des Förderprogramms "Photonik Forschung Deutschland" insbesondere für erstantragstellende KMU attraktiver zu gestalten.

Im Rahmen der Fördermaßnahme "KMU-innovativ: Photonik" werden Verbundprojekte gefördert, die sich aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, gegebenenfalls Großunternehmen als assoziieren Partnern und Forschungsinstituten zusammensetzen. Die Verbünde werden in der Regel über eine Dauer von drei Jahren gefördert.

Das BMBF unterstützt mit der Fördermaßnahme industrielle vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit hohem Risiko, die ohne Förderung nicht durchgeführt werden könnten. Förderkriterien sind Exzellenz, Innovationsgrad, wirtschaftliche Verwertungsfähigkeit und die Bedeutung des Beitrags zur Lösung aktueller gesellschaftlich relevanter Fragestellungen. Diese FuE-Vorhaben müssen für die Positionierung des Unternehmens am Markt von Bedeutung sein.

Die Fördermaßnahme ist innerhalb der Photonik Themenoffen, beispielhaft werden aber folgende Themen oder Fragestellungen mit einbezogen: Photonik in der Produktion; Optische Messtechnik und Sensorik; Optische Komponenten und Systeme; Beleuchtungstechnik; Organische Elektronik.

Antragsberechtigt sind dabei: KMU im Sinne der Definition der Europäischen Kommission; Mittelständische Unternehmen bis zu einer Größe von 1.000 Mitarbeitern oder einem Umsatz von 100 Millionen Euro, die nicht überwiegend im Besitz von Großunternehmen sind; Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

In die Verbünde sind kommerzielle Endanwender als assoziierte Partner forschungsbegleitend mit einzubeziehen. Grundsätzlich ist auch die Förderung von Verbünden unter Beteiligung mehrerer KMU und/oder Forschungseinrichtungen und/oder Unternehmen, die nicht die KMU- beziehungsweise Mittelstandskriterien erfüllen, möglich.

Der Nutzen des Vorhabens muss jedoch in erster Linie den beteiligten kleinen und mittelständischen Unternehmen (Hersteller/Anwender) zugutekommen: Mindestens die Hälfte der beantragten Fördermittel soll an die beteiligten KMU gehen. Im Rahmen des Förderprogramms "Photonik Forschung Deutschland" kann den KMU dabei ein Bonus in Höhe von 10 Prozent-Punkten zusätzlich zur allgemeinen Förderquote für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gewährt werden.

Das Förderverfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Verfahrensstufe können Projektskizzen über das Online-Skizzentool für die Fördermaßnahme "KMU-innovativ: Photonik" auf dem Internet-Portal http://www.kmu-innovativ.de jederzeit online eingereicht werden. Zusätzlich muss die Skizze in Papierform fristgerecht beim beauftragten Projektträger, der VDI Technologiezentrum GmbH, eingereicht werden. Bewertungsstichtage für Projektskizzen sind jeweils der 15. April und der 15. Oktober eines Jahres.

Die eingegangenen Projektskizzen werden nach bestimmten Kriterien bewertet. Die genauen Förderkriterien entnehmen Sie bitte der rechtlich geltenden Bekanntmachung im Amtlichen Teil des Bundesanzeigers oder auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Eine Kurzform finden Sie unter den Bekanntmachungen auf der Webseite www.photonikforschung.de.

Auf der Grundlage der Bewertung werden die für eine Förderung geeigneten Projektideen ausgewählt. Die eingereichten Projektvorschläge stehen dabei untereinander im Wettbewerb. In der zweiten Verfahrensstufe werden die Interessenten bei positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen, über den nach abschließender Prüfung entschieden wird.

COMPAMED.de; Quelle: Photonik-Forschung Deutschland