Kältekammer: Extreme Kälte gegen Rheuma und Schmerz

02.07.2013
Foto: Patient in der Kältekammer

Therapeutische Kälte bis minus 165 Grad Celsius lindert Entzündungen und verringert Schmerzen; © Kerk-
hoff-Klinik

Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum der Rheumatologie in Bad Nauheim nimmt die Abteilung für Rheumatologie an der Kerckhoff-Klinik eine neue Kältekammer zur Kältetherapie verschiedener rheumatologischer Erkrankungen in Betrieb.

Die Anlage wird für die therapeutische Anwendung auf bis zu minus 165 Grad Celsius herunter gekühlt. Die Anwendung extremer Kälte bei Erkrankungen wie zum Beispiel der entzündlichen rheumatoiden Arthritis führt nachweislich zur Verminderung von Entzündungen und zur Reduktion von Schmerzen.

Professor Uwe Lange, erläutert dazu: „Die kurzzeitige Kälteanwendung führt zur Hemmung der Schmerzreizung und -weiterleitung bis zum Gehirn, da die Schmerzrezeptoren durch die Kälte blockiert werden.

Gleichzeitig werden die entzündungsvermittelnden Botenstoffe – die sogenannten Zytokine – vermindert, sodass es zur Hemmung der entzündlichen Prozesse zum Beispiel in den Gelenken kommt.“ Nach der Kälteanwendung sei die Beweglichkeit der Gelenke und der Wirbelsäule in der Regel soweit verbessert dass die Patienten deutlich besser für eine Krankengymnastik geeignet seien. Die bisher einzige Studie zu den therapeutischen Effekten der Kältekammer wurde von Lange an der Kerckhoff-Klinik durchgeführt.

Neben rheumatischen Erkrankungen wie der entzündlichen rheumatoiden Arthritis kann die Kältetherapie auch bei Patienten bei degenerativen rheumatischen Erkrankungen wie dem Gelenkverschleiß (Arthrose), bei chronischen Schmerzsyndromen, bei Regulationsstörungen der Muskulatur oder bei der Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt werden. Neben diesen therapeutischen Effekten führt die Kälteanwendung auch zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und zur Verbesserung der Muskelleistung. „Im Leistungssport führt die Anwendung von Kälte beispielsweise dazu, dass die Muskulatur schneller wird“, führt Lange aus.

Bei der Kältekammer, die nun in der Kerckhoff-Klinik in Betrieb genommen wird, handelt es sich um eine mobile Anlage, die für jeweils eine Person Platz bietet. Die Anwendung selbst, die lediglich in Badekleidung durchgeführt wird, dauert jeweils ein bis maximal zweieinhalb Minuten. Lange erläutert dazu: „Während andere Kälteanwendungen wie beispielsweise Fango und Kälte lokal wirken, hat die Kältekammer positive Auswirkungen auf den ganzen Körper.“

COMPAMED.de; Quelle: Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim