Ersatzmaterial für geschädigte Knochen

Foto: Das neue Knochenmaterial

Wenn Knochen gesplittert sind und ein erneutes Zusammenwachsen unmöglich wird, sind biokompatible Ersatzmaterialien gefragt, die eine problemlose Heilung versprechen. Gemeinsam mit Dr. Inderchand Manjubala und Kollegen aus der Pharmazeutischen Technologie der Friedrich-Schiller- Universität Jena entwickelte Jandt ein neues Material, das als Knochenersatz dienen kann.

"Dieses biomimetische Material kann in Zukunft zum Beispiel geschädigte Kiefer- oder Hüftknochen ersetzen", sagt Prof. Jandt, Direktor des Instituts für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (IMT) der Friedrich-Schiller-Universität. "Auf dieses Kohlenhydrat-Gerüst haben wir Apatit-Nanokristalle aus Calcium einwachsen lassen, wie sie auch im natürlichen Knochen existieren", so der Material-Experte. "Das führte dazu, dass menschliche Knochenzellen sich auf unserem Knochenersatz sehr wohl fühlten und wuchsen und gediehen". Jetzt suchen die Materialwissenschaftler von der Friedrich-Schiller-Universität einen Industriepartner zur Herstellung des neuen Knochenersatzes.

Jandts weitere Forschungen über eine neue Lichthärtungsmethode von so genannten dentalen Kompositen sorgen international für Aufsehen. Dass die internationale Wissenschaftlergemeinschaft so oft auf seine Ergebnisse zurückgreift, zeige, dass "unsere Forschung auch international anerkannt und als exzellent beurteilt wird", sagt Jandt.

Auf Vorschlag von Biomaterial-Forschern der amerikanischen University of Michigan in Ann Arbor ist Prof. Jandt zum Mitherausgeber der renommierten internationalen Zeitschrift "Journal of Dental Research" bestellt worden. "Eine große Ehre, die zeigt, dass Physiker sehr interdisziplinär arbeiten können", sagt der Materialwissenschaftler.

COMPAMED.de; Quelle: Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie