Foto: Gehirntumor
Für Wärmebehandlung werden magne-
tische Nanopartikel in den Tumor inji-
ziert; ©NCI Visuals Online

Physiker verschiedener Fachrichtungen haben sich nun mit Bio-Medizinern zusammengetan, um die Bekämpfung von Krebs durch Wärmebehandlung mittels magnetischer Nanopartikel auf eine solide, wissenschaftliche Basis zu stellen.

Ziel ist, den Therapieerfolg zu verbessern. Melanie Kettering vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR), Universitätsklinikum Jena, und Heike Richter von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben innerhalb eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Gemeinschaftsprojekts die Aufgabe nachzuweisen, wo sich wie viele magnetische Nanopartikel im Körper des Patienten befinden. Injiziert werden sie in den Tumor, doch bleiben sie dort auch oder verteilen sie sich im Körper? Das Wissen um die Menge im Tumor ist wichtig für den Erfolg der Wärmebehandlung.

Die Wissenschaftlerinnen konnten nun erfolgreich an Mäusen zeigen, dass sich die Magnetrelaxometrie als Verfahren eignet, um die Wärmebehandlung zu begleiten. Sie liefert Informationen über den Verbleib der Nanopartikel im Körper – völlig berührungsfrei für den Patienten.

Für die Krebstherapie mittels Wärmebehandlung werden magnetische Nanopartikel in den Tumor injiziert und durch ein äußeres elektromagnetisches Wechselfeld angeregt. Dadurch erzeugen die magnetischen Nanopartikel innerhalb des Tumors Wärme. Werden Temperaturen zwischen 55 °C und 60 °C erreicht, können Krebszellen irreversibel zerstört werden. Das umgebende gesunde Gewebe (ohne magnetische Nanopartikel) bleibt unbeeinflusst.

Noch hat das Verfahren keinen Einzug in die klinische Routine gefunden, sondern befindet sich in der Erprobungsphase, da noch eine Reihe von Fragen zu klären sind. Unter anderem braucht man ein Verfahren, das zeigt, wo sich die Nanopartikel im Körper befinden und in welcher Menge sie dort vorliegen. Auf dieser Basis lässt sich die gezielte Behandlung des Tumors erreichen. PTB-Wissenschaftler haben festgestellt, dass sich die Magnetrelaxometrie sehr gut eignet, um diese Informationen zu gewinnen – ohne den Körper des Patienten auch nur zu berühren oder anderweitig zu belasten.

COMPAMED.de; Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)