Implantate: Endoprothesenregister weckt großes Interesse

22.10.2013
Foto: Hüftgelenk

Das Endoprothesenregister führt Routinedaten der Krankenhäuser, pseudonymisierte Patientendaten und Daten der Implantatehersteller zusammen; © panthermedia.net/
Leonid Pilnik

Seit dem 1. Juli 2013 läuft die Einführungsphase des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD). Über 400 Krankenhäuser haben inzwischen ihr Interesse an einer Teilnahme am EPRD mitgeteilt.

Ein wesentlicher Bestandteil des EPRD ist eine Produktdatenbank, die von den Endoprothetik-Unternehmen des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) finanziert und gepflegt wird. "Die Produktdatenbank umfasst bereits über 35.000 unterschiedliche Artikel und ist damit auf einem guten Weg, das Marktgeschehen bei den Gelenkersatz-Implantaten möglichst vollständig abzubilden", erklärte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

Der erfolgreiche Probebetrieb des EPRD hat nach Ansicht des BVMed gezeigt, dass alle beteiligten Partner an einem Strang ziehen, um die Qualität der Patientenversorgung weiter zu verbessern. Das EPRD ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, des Verbandes der Ersatzkassen, des AOK-Bundesverbandes, des Bundesverbandes Medizintechnologie und des BQS Instituts für Qualität und Patientensicherheit.

"Primäres Ziel des Endoprothesenregisters ist es, die Ergebnisqualität der endoprothetischen Versorgung zu messen, vergleichend zu bewerten und zu verbessern. Daran haben alle an der Endoprothesenversorgung beteiligten Gruppen ein großes Interesse", so der BVMed.

Für die Einrichtung des Endoprothesenregisters ist die Zusammenführung von drei unterschiedlichen Datensätzen erforderlich: die Routinedaten der Krankenhäuser, die pseudonymisierten Patientendaten der Krankenkassen sowie die Produktdaten der Implantatehersteller. Die BVMed-Mitgliedsunternehmen begleiten und finanzieren den Aufbau der Produktdatenbank.

Wichtig ist dem BVMed eine angemessene Einbindung der medizinischen Fachgesellschaften und der Expertise der Hersteller in die Entwicklung der Qualitätsparameter sowie bei der Auswertung der Registerdaten. Darüber hinaus müssen die Ergebnisse den meldenden Firmen und Krankenhäusern umfänglich und zeitnah zur Verfügung gestellt werden. "Nur so kann sichergestellt werden, dass etwaige Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und schnell die erforderlichen Maßnahmen getroffen werden können", so der BVMed.

COMPAMED.de; Quelle: BVMed e.V.