Endlich „Materialwissenschaft und Werkstofftechnik“

04.12.2014
Foto: Studenten im Hörsaal

An deutschen Hochschulen wird bald das unabhängige Fachgebiet „Materialwissenschaft und Werkstofftechnik“ gelehrt; © panthermedia/Arne Trautmann

Die deutsche Hochschullandschaft bekommt die „Materialwissenschaft und Werkstofftechnik“ (MatWerk) mit den Fachgebieten „Materialwissenschaft“ und „Werkstofftechnik“ als neuen Lehr- und Forschungsbereich. Zugeordnet wird er der Fächergruppe 08 der Ingenieurwissenschaften. Das hat der „Ausschuss für die Hochschulstatistik“ des Statistischen Bundesamts auf seiner Sitzung am 6. November 2014 in Wiesbaden beschlossen.

Gleichzeitig ordnete der Ausschuss die für die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik relevanten Bereiche der Physik und Chemie den neu geschaffenen Fachbereichen der „Materialphysik“ und der „Materialchemie“ zu.

„Seit 15 Jahren haben Vertreter der DFG, der Bundesvereinigung MatWerk, der Studientag MatWerk und das Themennetzwerk MatWerk von acatech auf diesen Tag hingearbeitet“, begrüßte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM), Dr.-Ing. Frank O.R. Fischer, diesen Schritt.

„Durch die Aufnahme der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in die Fächersystematik des deutschen Hochschulsystems wird die Bedeutung dieser Disziplin MatWerk endlich gewürdigt. Der Beitrag von MatWerk zur Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie und damit zum Wohlstand einer Gesellschaft ist enorm und derzeit statistisch nicht erfasst. In der Zukunft kann das Fachgebiet MatWerk nicht nur durch neue Werkstoffe seine Bedeutung hervorheben, sondern dies auch mit Zahlen und Fakten belegen.“

Die Änderungen im Bereich der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik fanden im Rahmen einer grundsätzlichen Revision der Fächersystematiken für die Deutsche Hochschullandschaft statt. Sie gehen auf eine Empfehlung zurück, die die Projektgruppe „Fächerklassifikation und Thesauri“ vom Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ), dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) und der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates (WR) im Auftrag des WR im Juni 2014 erarbeitet hatte. Zuvor waren Teile des neuen Lehr- und Forschungsbereichs den Ingenieurwissenschaften sowie der Physik und der Chemie zugeordnet gewesen.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.