Elektronische Fallakten


Nach dem Vorbild der etablierten Prüfverfahren von IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) wurde die Interoperabilität der Systemlösungen an typischen Anforderungen regionaler Gesundheitsnetzwerke nachgewiesen. Dafür wurden vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) rund 30 Szenarien mit fiktiven Ärzten, Patienten und Einrichtungen definiert. Die Szenarien umfassen sowohl den Zugang autorisierter Ärzte und Organisationen auf individuelle elektronische Fallakten (eFA) als auch den Zugriff auf verteilt vorgehaltene Patientendaten in verschiedenen Kliniken sowie das dezentrale Bearbeiten von Fallakten aus Arztpraxen.

Um sicher zu stellen, dass die demonstrierten Systeme nicht nur untereinander interoperabel, sondern auch konform zur gültigen eFA- Spezifikation Version 1.2 sind, wurde als Referenz-System die eFA- Implementierung des Fraunhofer ISST genutzt. Sie setzt alle für die Interoperabilität von Fallakten geforderten Schnittstellen spezifikationskonform um.

Vor rund drei Jahren ist das Konsortium elektronische Fallakte (eFA) angetreten, um Kliniken und niedergelassenen Ärzten in einem Behandlungszusammenhang den sicheren Austausch erforderlicher medizinischer Patientendaten über unterschiedliche IT-Systeme hinweg zu ermöglichen. Wesentlich für die unter Federführung des Fraunhofer ISST entwickelte eFA-Plattform ist deren dezentrale Struktur: Sie ermöglicht Kliniken, Praxen und Ärztenetzen, lokal vorgehaltene Daten selektiv den anderen Partnern zur Verfügung zu stellen, ohne eine zentral kontrollierte Datenhaltung nötig zu machen.

Durch die Möglichkeit einer Peer-to-Peer Vernetzung von Fallakten- Systemen können Ärzte über einen eFA-Zugangspunkt eines beliebigen Krankenhauses einheitlich auf sämtliche Daten in allen vernetzten Krankenhäusern zugreifen, zu denen sie entsprechend der Einwilligungen ihrer Patienten berechtigt sind. Hiermit wird der Schritt von einfachen Zuweisernetzen zu regionalen Versorgungsverbünden aus mehreren Kliniken und Ärztenetzen vollzogen.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer- Institut