Einzigartiger Schlitten-Computertomograf

Weil die Patienten bei dem in dieser Form völlig neuartigen System nicht umgelagert werden müssen, wird in Notfallbehandlung lebenswichtige Zeit gespart und das Risiko von Zusatzverletzungen sinkt deutlich.

Das Universitätsklinikum Frankfurt hat in Zusammenarbeit mit Siemens in diesem Jahr ein in dieser Form komplett neues System installiert und weiterentwickelt, das nach einer Testphase jetzt in den Regelbetrieb übergeht. Ein etwa 2,3 Tonnen schwerer CT kann auf einem hochmodernen Schienensystem zwischen einem Routine-Untersuchungsraum und einem Raum zur Notfallbehandlung hin und her gleiten. Der entscheidende Vorteil für schwer verletzte Patienten: Sie müssen während einer Notfallbehandlung nicht zwischen zwei Anlagen umpositioniert und neu gelagert werden. Somit sinkt für diese Patienten das damit verbundene Verletzungsrisiko deutlich. Außerdem wird mit diesem Verfahren Zeit gespart, die bei einem Notfall lebensrettend sein kann. Im Gegensatz zu ähnlichen, bereits bestehenden Systemen sind die in Frankfurt eingesetzten Schienen unempfindlich gegenüber Verunreinigungen und sonstigen Einflüssen und dadurch in allen Notfallsituationen einsetzbar.

In die Notaufnahme des Universitätsklinikums Frankfurt werden täglich Patienten mit schweren, häufig lebensbedrohlichen Verletzungen eingeliefert. Im sogenannten Schockraum werden sie erstversorgt. Die Handgriffe und Arbeitsabläufe haben zu sitzen und es muss schnell gehen.

Um innere Verletzungen zu erkennen, ist allerdings meistens eine CT- Untersuchung nötig. Bisher wurden die Patienten dafür auf eine Patiententransporttrage umgelagert, zum CT transportiert, dort auf den CT- Tisch und danach wieder zurück auf den Behandlungstisch befördert. Die ganze Prozedur muss teilweise mit Beatmungsgerät, Infusion und anderen Apparaturen durchgeführt werden. Diese mehrfache Umlagerung ist für Schwerverletzte mit einem erheblichen Risiko von Zusatzverletzungen verbunden.

Durch den Computertomografen, der auf einem speziellen Schienensystem gleitet, werden die Abläufe in der Notaufnahme des Klinikums vereinfacht. Der Patient wird einmalig auf einer Behandlungsliege im Schockraum gelagert. Der CT gleitet bei Bedarf auf Schienen vom regulären Untersuchungs- in den Schockraum. Beide Räume sind nur durch eine Schiebetür voneinander getrennt. So lassen sich in kurzer Zeit aussagekräftige Aufnahmen aus dem Inneren des Patienten erstellen, die den behandelnden Ärzten Aufschluss über die Verletzungen des Schwerverletzten geben. Das Risiko einer Verschlimmerung der Verletzungen wird dadurch deutlich reduziert. Die beim herkömmlichen Verfahren notwendigen Umlagerungen brauchen Zeit und können in der fragilen körperlichen Verfassung eines Schwerverletzten kritisch sein. Insbesondere besteht die Gefahr von Wirbelsäulenschäden oder Beckenfrakturen. Dieses Risiko wird durch den Computertomografen auf Schienen vermieden. Nachdem der Patient einmal auf den Behandlungstisch befördert wurde, muss er für die Röntgenaufnahmen nicht wieder bewegt werden.

COMPAMED.de; Quelle: J. W. Goethe-Universität Frankfurt