Ein Hauch von Metall

Foto: Lampe aus Aluschaumplatten

Innenarchitekten können bei ihren Planungen auf eine immense Fülle dekorativer Platten zurückgreifen. Raumteiler und abgehängte Decken etwa gliedern einerseits den Wohnraum oder ein Büro, andererseits sollen sie aber für Licht, Luft oder Schall mehr oder weniger durchlässig sein. Eine Werkstoffgruppe, die dies gewährleistet, sind offenporige Metallschäume.

Geschlossenporige Metallschäume werden bereits in verschiedenen Anwendungen genutzt. Im Fahrzeugbau werden sie als Stoßabsorber verwendet, da sie kinetische Energie gut in Verformungsarbeit und Wärme umwandeln. Als Katalysatoren nutzt man die hohe innere Oberfläche der Schäume. Hergestellt werden die Werkstoffe meist, indem Metallpulver mit einem Treibmittel vermischt wird. Nahe am Schmelzpunkt spaltet es Gas ab und schäumt das Metall auf.

Offenporige Schaumplatten lassen sich so nicht herstellen, denn die Poren sollen von der einen Oberfläche zur anderen reichen. Ein Treibgas würde dabei einfach entweichen. Mitarbeiter des Unternehmens m-pore in Dresden bedienen sich eines Gießverfahrens: Zunächst beschichten sie Polyurethanschaum mit Wachs. Die Hohlräume füllen sie mit einer hitzebeständigen Keramikmasse. Gießereifachleute sprechen nun von einer verlorenen Form. Gießt man beispielsweise flüssiges Aluminium bei etwa 700 °C hinein, verbrennt der Kunststoffschaum - die Poren mit einem Durchmesser zwischen einem und fünf Millimetern füllt das Metall. Nachdem die Keramik mit einem Wasserstrahl entfernt wurde, ist die Platte fertig.

Noch werden die dekorativen und sehr leichten Platten vergleichsweise wenig eingesetzt. Dies mag mit ihrem verhältnismäßig hohen Preis zusammenhängen, der sich daraus ergibt, dass sie noch weitgehend in Handarbeit produziert werden.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft