Ein Forschungsbau für die Nanomesstechnik

Nanotechnologie umfasst ein breites Spektrum zukunftsweisender Querschnittstechnologien. Ein Schlüssel zu ihrer Weiterentwicklung ist eine präzise Messtechnik, um Nanosysteme zu beschreiben, zu verstehen und herzustellen. Zur Stärkung des Forschungsschwerpunkts Nanometrologie baut das Land Niedersachsen für die TU Braunschweig ein neues Gebäude für das Forschungszentrum LENA.

19/04/2016

 
Foto: Personen bei der Grundsteinlegung

Bei der Grundsteinlegung (von links): Waag, Müller-Steinweg, Ihbe, Heinen-Kljajić, Ullrich, Hesselbach, Schilling.; © TU Braunschweig / Henrike Hoy

Bund und Land investieren gemeinsam über 33 Millionen Euro in den Forschungsbau. Er wird über eine hervorragende Ausstattung an Großgeräten für die Nanoanalytik verfügen.

Das Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA) ist ein Forschungszentrum der Technischen Universität Braunschweig, das in enger Kooperation mit der Physikalisch Technischen Bundesanstalt Braunschweig gegründet wurde und in Kooperation der beteiligten Institute bereits betrieben wird. Als Carolo-Wilhelmina-Forschungszentrum ist das LENA eine zentrale Einrichtung der TU Braunschweig. Es bündelt die interdisziplinäre Forschung auf dem Gebiet der Nanometrologie durch Zusammenführen von Arbeitsgruppen aus dem Ingenieursbereich, der Physik, Chemie und Lebenswissenschaften.

Das LENA vereint aktuell Institute aus den Fakultäten Lebenswissenschaften, Maschinenbau und Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik der Technischen Universität Braunschweig mit den Abteilungen Elektrizität, Chemische Physik und Explosionsschutz sowie Optik und Fertigungsmesstechnik der Physikalisch Technischen Bundesanstalt.

Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig, erläuterte in seiner Begrüßung die Erfolgsgeschichte des LENA. Er würdigte besonders die Initiative der der Institute von Prof. Andreas Waag (Sprecher des LENA) und Prof. Meinhard Schilling sowie ihrer Partner an der PTB. Bereits jetzt werden, so Hesselbach, in Braunschweig Spitzenforschung betrieben und High-Tech-Produkte auf dem wichtigen Zukunftsfeld der Nanomesstechnik gefördert.

"Mit dem Forschungsneubau LENA entsteht in Braunschweig ein weiterer Leuchtturm für die Forschung. Dadurch ist es möglich, in enger Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt den Forschungsbereich der Messtechnik auszubauen", sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. "Durch LENA wird nicht nur der Wissenschaftsstandort Braunschweig gestärkt. Die Aktivitäten am Zentrum sind auch ein wichtiger Bestandteil der Forschungsallianz zwischen den Universitäten Hannover und Braunschweig und somit für die Region von herausragender Bedeutung."


Eine wesentliche Besonderheit des Forschungszentrums LENA ist die vorgesehene Ausstattung mit nanoanalytischen Großgeräten, die die analytische Infrastruktur der TU Braunschweig wesentlich ergänzen. Neben bildgebenden Verfahren spielen orts- und zeitaufgelöste Spektroskopische sowie Oberflächenspektroskopische Analyseverfahren ebenso wie Verfahren zur Partikelcharakterisierung und Nanomanipulation eine wesentliche Rolle. Im Rahmen des Forschungsbaus wurden zehn Großgeräte (9.160.000 Euro), sowie kürzlich ein weiteres (elftes) Gerät aus einem Zusatzantrag mit (1.200.000 Euro) jeweils vorbehaltlich der Zustimmung der DFG zu den entsprechenden Großgeräteanträgen genehmigt. Größtes Gerät und Herzstück wird ein Hochauflösendes Transmissions-Elektronenmikroskop (HR-TEM) für das 3.500.000 Euro veranschlagt sind.

Die Hauptnutzfläche von insgesamt 2.574 m² schafft Arbeitsraum für über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im LENA forschen zwölf Mitglieder bzw. Professoren aus drei Fakultäten der TU Braunschweig sowie acht PTB-Mitglieder aus vier Abteilungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Zusätzlich werden mehrere Nachwuchsforschergruppen im LENA-Arbeiten.

COMPAMED.de; Quelle: TU Braunschweig
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