ECMO bei Lungenversagen

Dabei wird der Patient an ein Gerät angeschlossen, das vorübergehend die Funktion der menschlichen Lunge übernimmt. Zum Einsatz kommt es vor allem bei schweren Lungenentzündungen und Lungenversagen aufgrund von Blutvergiftungen - wenn also die Lunge selbst nicht mehr in der Lage ist, ihrer Aufgabe nachzukommen. Das ECMO-Gerät entlastet das Organ und gibt ihm Gelegenheit, sich zu regenerieren - ein Vorgang, der sich als lebensrettend erweisen kann.

Bisher waren die Systeme technisch nicht so ausgereift, so dass bei erwachsenen Patienten die Gefahr von Komplikationen und Nebenwirkungen sehr hoch war. Deshalb sind in den letzten Jahren weltweit immer weniger Erwachsene mit dieser Methode behandelt worden. Entwicklungen im Bereich der Beatmungsstrategien, der Blutpumpen sowie den so genannten Oxygenatoren (den eigentlichen "künstlichen Lungen") haben dazu geführt, dass sich die Beatmung und der Bluttransport über das ECMO-System heute wesentlich schonender durchführen lassen als noch vor einem Jahrzehnt. Da ECMO-Patienten rund um die Uhr beatmet und intensiv betreut werden müssen, sollte die Therapie ausschließlich in großen Krankenhäusern mit so genannter Maximalversorgung stattfinden. Um erwachsenen Patienten mit schwerem Lungenversagen (ARDS) eine optimale Therapie zukommen zu lassen, ist die Behandlung in einem darauf spezialisierten Zentrum eine Voraussetzung. In diesem Jahr wurde deshalb das ARDS-Netzwerk Deutschland gegründet.

Das Mannheimer ECMO-System kann sowohl im Hubschrauber als auch im Rettungswagen transportiert werden, so dass Patienten mit Lungenversagen bereits in dem Krankenhaus angeschlossen werden können, in dem sie ursprünglich in Behandlung gewesen sind. Betreut werden sie auf dem Transport jeweils von zwei Mannheimer Fachärzten mit entsprechender Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit ARDS.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Mannheim