Foto: Arzt auf der Intensivstation 
OLGA kommt direkt am
Patientenbett zum Einsatz
© FIT

Der digitale Assistent, der vom Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und der Intensivstation der Universitätsklinik Gießen entwickelt wurde, soll den Arzt am Patientenbett auch bei deren Einhaltung der Therapierichtlinien unterstützen. Ziele sind neben der erhöhten Qualität der Patientenbehandlung, die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung zu steigern.

Ein Mittel zur Qualitätssicherung und Kostenreduzierung in Krankenhäusern ist das strikte Befolgen so genannter standardisierter Behandlungspfade, die nationale Gremien und Fachgesellschaften als Leitlinien für die Ärzte veröffentlichen. In der Praxis stehen die Ärzte jedoch vor der Aufgabe, aus den unzähligen Leitlinien die jeweils auf ihren Patienten zutreffende herauszufiltern und korrekt anzuwenden.

Hier setzt der digitale Assistent an, der prototypisch realisiert wurde. Der Assistent - getauft auf den Namen OLGA als Kurzform für "Online Guideline Assist" - integriert Erkenntnisse und Werkzeuge der Entscheidungsunterstützung, des Prozessmanagements und der klinischen Datenverarbeitung in einem System. Er erleichtert dem Arzt die Auswahl der Leitlinien und unterstützt ihn bei seiner Arbeit am Patientenbett.

Während sich die Unterstützung klinischer und verwaltungstechnischer Abläufe im Rahmen von "Clinical Pathways" bereits in der Etablierung befindet, ist die fachliche Unterstützung des Arztes noch weitestgehend offen. Dies liegt zum einen an der hohen Komplexität der medizinischen Prozesse, zum anderen auch an der mangelnden Flexibilität klassischer IT-Lösungen.

OLGA verfolgt einen evolutionären Ansatz. Er bringt schrittweise praktische Beispiele basierend auf etablierten Standards in die Anwendung. Damit wächst das System mit den Erfahrungen. Im Juni 2007 wurde OLGA in der Intensivstation der Universitätsklinik Gießen installiert und wird nun anhand der aktuellen Stationsdaten evaluiert. Die ersten Ergebnisse erscheinen vielversprechend.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT