Die richtige Verpackung ist ein Kunstwerk für sich

Foto: Viele Geschenke

 
 

Jedes Medizinprodukt benötigt eine individuelle Verpackung, die unter Umständen neben einer guten „Passform“ auch steril oder vakuumverpackt sein muss. Je nach Größe und Möglichkeiten des Unternehmens kann die Verpackung durch die Herstellerfirma selbst oder durch externe Unternehmen erfolgen. Besonders kleine Firmen profitieren von letzterer Lösung, da es eine Vielzahl von Bestimmungen gibt, die bei Medizinprodukten berücksichtigt werden müssen. Dazu gehört auch die Rücknahme von Papier, Karton oder Pappe, weshalb sich der Hersteller um eine Lizenzierung bemühen muss, zum Beispiel beim Dualen System. Um die Kosten möglichst gering zu halten, sollten jedoch verschiedene Wettbewerber geprüft werden, die zum Teil unterschiedliche Konzepte anbieten. So haben einige Entsorgunsunternehmen sogar die CO2-Bilanz mit im Blick und sorgen für eine neutrale Entsorgung der Verpackungsmaterialien.

Die Verpackung selbst muss schließlich sitzen wie angegossen. Möglichst wenig Material soll verbraucht werden, eine gute Transportsicherheit muss gewährleistet sein. Bis ein Produkt die passende Verpackung erhält, tüfteln Ingenieure an Standardisierungsmöglichkeiten, am Material und an der Sicherheit für das Produkt durch die Verpackung.

 
 

Die Kennzeichnung – Daumenabdruck jeder Verpackung

Neben der richtigen Verpackung für ein Produkt ist es ebenfalls wichtig, den Medizinprodukten eine eindeutige Kennung auf oder in der Verpackung mitzugeben. Diese dient nicht nur zu Identifizierung eines einzelnen Produkts, sondern soll darüber hinaus auch Original und Fälschung deutlich voneinander trennen. Zwar kennen Kopierer von Medizinprodukten oft keine Hemmungen Produkte unter ihrem eigenen Namen anzubieten, trotzdem ist eine eindeutige Kennung der eigenen Produkte unverzichtbar. Diese dient zum Beispiel im Falle einer Rückrufaktion der Rückverfolgbarkeit des Produktes. Denkt man an die jüngsten Probleme mit Hüftprothesen, deren Keramikhüftköpfe brachen, ist auch eine Verknüpfung mit Patientendaten sinnvoll – über den Prothesenpass, den die Patienten erhalten, hinaus.

Neben diesen offenen Markern, die zum Beispiel per Laser in die Oberfläche der Prothese graviert werden, können auch versteckte Marker zum Einsatz kommen, die dabei helfen, kopierte Produkte zu erkennen und vom Markt zu nehmen. Versteckte Marker können etwa Tintenaufdrucke sein, die nur unter speziellem Licht erkennbar werden, aber auch Wasserzeichen, Metallfäden oder sogenanntes Taggants, die elektronische Kennzeichnungen wie einen Mikrochip bezeichnen können, aber auch chemische Marker wie Duftstoffe.

Für die äußere Verpackung sind jedoch Barcodes nach wie vor eine gute Wahl, die es auch als 2D-Barcodes gibt. Sie haben eine größere Informationsdichte, können jedoch von Land zu Land variieren. Zwar können auch Barcodes unsichtbar aufgebracht werden, doch weitaus flexibler für das „versteckte Markieren“ sind RFID-Tags. Die kleinen Transponder können ebenfalls im Druckverfahren aufgebracht werden und können auch innerhalb einer verschlossenen Packung mit einem speziellen Lesegerät ausgelesen werden. Wer zum Beispiel seine Ware lückenlos rückverfolgen möchte, ist mit dieser Technik gut beraten.

Simone Ernst
COMPAMED.de