Diamantähnliche Schichten gegen Bakterien

Foto: Röntgenaufnahme von Implantat im Menschen

Künstliche Implantate sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Oft verbleiben Katheter, Gefäßstützen oder Gelenkprothesen Monate oder sogar Jahre im Körper. Insbesondere bei Langzeitimplantaten entstehen oft hartnäckige Bakterienfilme, die nur schwer zu bekämpfen sind. Sie schränken nicht nur die Implantatfunktion ein, sondern stellen auch einen Herd immer wiederkehrender Infekte dar. Die gesundheitlichen Folgen können schwerwiegend sein.

Abhilfe versprechen Beschichtungen aus diamantähnlichem amorphem Kohlenstoff. Die Experimentelle Urologie der Universität Bonn hat beschichtete urologische Implantate entwickelt, die Bakterien wenige Chancen geben. Möglich macht dies ein am IDST entwickeltes Niedertemperatur-Plasmaverfahren. Es ermöglicht auch die Beschichtung von temperaturempfindlichen Polymeren, aus denen zum Beispiel Harnleiterschienen bestehen.

"Die Beschichtung reduziert die Bildung von Bakterienbiofilmen, verlängert die Liegezeiten, senkt die Komplikationsrate und erhöht den Patientenkomfort", betont der Bonner Privatdozent Dr. Norbert Laube. Dies zeigte sich sowohl bei Laborexperimenten als auch beim Einsatz im Patienten.

Auch die Physikerin Lisa Kleinen vom IDST sieht ein großes Potenzial in der Beschichtung von Implantaten mit amorphen Kohlenstoffschichten: "Nicht nur in der Urologie kämpft man mit Biofilmbildung und Verkrustungen. Auch in anderen Gebieten der Medizin kann unsere Entwicklung den Patienten zu mehr Lebensqualität verhelfen und das Gesundheitssystem entlasten. Unsere Ergebnisse sind sehr vielversprechend."

COMPAMED.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn