Diagnostika-Industrie: Geringfügiger Marktrückgang in 2014

29.04.2015
Foto: Blutzuckerteststreifen und Stechhilfe

Ärzte sind verunsichert, wenn es um die Verschreibung von Blutzuckerteststreifen für Diabetiker geht - ein Grund für die Entwicklung des Diagnostika-Marktes in 2014?; ©panthermedia.net/ Saigon

Die Diagnostika-Industrie erzielte im Jahr 2014 einen Umsatz von 2,189 Mrd. Euro in Deutschland. Damit verzeichnet die Branche der In-vitro-Diagnostica-Hersteller (IVD) im Vergleich zum Vorjahr einen geringfügigen Marktrückgang von 0,1 Prozent.

Dieses Ergebnis gab der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) nach Vorliegen der Marktzahlen für das vierte Quartal 2014 bekannt. Während in der Labordiagnostik (Reagenzien und Geräte) ein Umsatzwachstum von 0,7 Prozent erzielt wurde, gingen die Umsätze für Schnelltests, Point-of-Care-Testing und Tests in der Eigenanwendung beim Patienten um 1,3 Prozentpunkte zurück. Insgesamt erzielt die Diagnostika-Industrie sieben Achtel des Inlandsumsatzes mit Reagenzien. Geräte, Instrumente und Services machen 12,4 Prozent des Gesamtmarktes aus.

Überdurchschnittlich positiv verlief die Marktdynamik in der Immunochemie sowie in der Mikrobiologie, mithilfe derer insbesondere gefährliche Keime entdeckt und identifiziert werden können. "Der Grund hierfür liegt in den zunehmenden Herausforderungen bei Hygiene und Infektionsschutz in Kliniken und niedergelassenen Arztpraxen", sagt VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger. Schwierig dagegen bleibt die Entwicklung bei der Blutzuckerselbstmessung. "Das Marktsegment bekommt den erheblichen Preisdruck sowie eine Verunsicherung bei Ärzten zu spüren, wenn es um die Verschreibung von Blutzuckerteststreifen für Diabetespatienten geht", erklärt Walger.

Nach Einschätzung des VDGH bleibt der IVD-Markt im dritten Jahr hintereinander in der Gesamtbetrachtung daher flach. "Auch wenn die Diagnostika-Industrie mit verhaltenem Optimismus auf das Jahr 2015 blickt und eine Ausweitung der Forschungsinvestitionen angekündigt hat, so ist für uns festzustellen, dass die Labordiagnostik vom Wachstumsmarkt Gesundheit ein Stück weit entkoppelt wird", resümiert der VDGH-Geschäftsführer. Absenkungen in der Vergütung vertragsärztlicher Laborleistungen und die stockende Aufnahme von Laborinnovationen in den GKV-Leistungskatalog sind aus Sicht des VDGH die Hauptursachen für diese Entwicklung. Die Diagnostika-Industrie beschäftigt in Deutschland mehr als 21.000 Menschen. Siebzig Prozent der Unternehmen forschen und produzieren in Deutschland.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von 95 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 4 Milliarden Euro. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von 2,2 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.

COMPAMED.de; Quelle: VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie

Mehr über den VDGH unter: www.vdgh.de